Akne bei Kindern und Jugendlichen | Was Eltern wissen sollten
Pickel, Mitesser und fettige Haut gehören für viele Kinder und Jugendliche zur Pubertät dazu. Tauchen die ersten Hautveränderungen auf, fragen sich viele Eltern: Ist das normal? Was hilft wirklich? Und wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden? In diesem Beitrag erfährst du, was hinter Akne im Kindes- und Jugendalter steckt und wie du dein Kind bestmöglich unterstützen kannst.
Mit dem Einsetzen der Pubertät verändert sich der Hormonhaushalt deutlich. Diese hormonellen Veränderungen regen die Talgdrüsen an, mehr Hautfett zu produzieren. Gleichzeitig können sich die Ausführungsgänge der Poren leichter verstopfen, wodurch Mitesser und entzündliche Hautunreinheiten entstehen. Deshalb gilt die hormonelle Umstellung als einer der wichtigsten Auslöser für die typische Jugendakne.
Nein, Akne kann je nach Alter und Ursachen in unterschiedlichen Formen auftreten. Hautveränderungen, die bereits bei Neugeborenen oder Kleinkindern auftreten, unterscheiden sich oft von der klassischen Akne im Jugendalter. Auch Schweregrad, Verlauf und Behandlungsbedarf können variieren. Eine genaue Einordnung der Akneform ist daher wichtig, um die Haut individuell und altersgerecht zu unterstützen.
Eine passende Hautpflege ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Behandlungskonzepts und nicht nur eine ergänzende Maßnahme. Sie kann dazu beitragen, überschüssigen Talg zu reduzieren, die Hautbarriere zu unterstützen und Unreinheiten vorzubeugen. Dabei kommt es darauf an, Produkte zu verwenden, die auf die Bedürfnisse zu Akne neigender Haut abgestimmt sind. Eine konsequente Pflegeroutine kann die dermatologische Behandlung sinnvoll begleiten und das Hautbild langfristig verbessern.
Sind Pickel bei Kindern normal?
Wenn Eltern bei ihrem zehn- oder elfjährigen Kind plötzlich den ersten Fettglanz auf der Stirn oder die ersten Pickel entdecken, ist die Verunsicherung groß. Das muss nicht sein, denn das sind die Vorboten eines neuen und spannenden Lebensabschnitts – der Pubertät. Diese Hautveränderungen sind häufig typische Begleiterscheinungen der Pubertät1 – und damit ist kein Kind allein: Nach aktuellen Daten sind bis zu 85 % der Jugendlichen von Aknesymptomen betroffen.6
Fachleute diskutieren seit einiger Zeit die Beobachtung, dass Kinder heute tendenziell früher in die Pubertät kommen als noch vor einigen Jahrzehnten. Als mögliche Einflussfaktoren kommen unter anderem Ernährungsgewohnheiten, ein höherer Body-Mass-Index und Umweltfaktoren, aber auch Stress, den viele Kinder und Jugendliche beklagen, in Frage.
Hinzu kommt ein modernes Phänomen: Viele Kinder und Jugendliche beschäftigen sich früh mit Hautpflege-Inhalten auf Social Media. Dort werden oft komplexe Pflegeroutinen mit zahlreichen Wirkstoffen vorgestellt, die für die junge Haut weder notwendig noch sinnvoll sind. Nicht selten entstehen dadurch Hautreizungen, die die bestehenden Hautprobleme sogar noch verschlimmern können. Das ist oft der Beginn eines Teufelskreislaufs:
Hautproblem → Ungeeignete Hautpflegeroutine → Hautreizung → Verstärkung des Hautproblems
Hier ist besondere Aufmerksamkeit gefragt: Die ersten Symptome, wie Fettglanz und Pickel, ernst nehmen!

Was passiert eigentlich bei einer Akne in der Haut? Und was sieht man davon?
Die Entstehung von Akne gleicht einem Verkehrsstau in einer engen Einbahnstraße. Am Anfang stehen meist die Hormone.1 Während der Pubertät steigt die Aktivität der Androgene. Gleichzeitig reagieren die Talgdrüsen in der Haut empfindlicher auf die Hormone und produzieren mehr Hautfett (Sebum). Die Haut ist fettig und glänzt.
Zusätzlich verändern sich die Hautzellen im Ausführungsgang der Talgdrüsen. Sie lösen sich nicht mehr gleichmäßig ab, sondern haften zusammen. Dadurch verengt sich der Ausführungsgang der Talgdrüsen und das vermehrt produzierte Hautfett kann nur noch unzureichend abfließen. Es entsteht ein sog. Mikrokomedo, der aber nach außen noch nicht sichtbar ist. Erst im weiteren Verlauf entwickeln sich die auf der Haut sichtbaren Komedonen – auch Mitesser genannt. Wenn man genau hinschaut, kann man bei diesen stecknadelgroßen Erscheinungen einen schwarzen oder einen weißen Punkt erkennen. Der weiße Punkt zeigt, dass dieser Mitesser geschlossen ist. Ist dieser geöffnet, wird ein schwarzer Punkt sichtbar. Das ist aber kein Dreck, sondern entsteht durch Oxidation der Fette. Akne hat also auch nichts mit mangelnder Körperhygiene zu tun.
In dem talgreichen Milieu der Talgdrüsen können sich bestimmte Hautbakterien – Cutibacterium acnes genannt –, die zum normalen Hautmikrobiom gehören, ideal vermehren. Das sorgt dafür, dass das Immunsystem darauf mit einer Entzündungsreaktion antwortet. Auf der Haut werden die typischen roten Papeln, eitrigen Pusteln oder sogar tiefe Knoten sichtbar. Auch wenn hier Bakterien eine große Rolle spielen, ist die Akne keine ansteckende Krankheit!
Da sich die Talgdrüsen vornehmlich im Gesicht befinden, ist ausgerechnet das Hautareal, was immer sichtbar ist, von der Akne betroffen. Im Verlauf der Erkrankung können zusätzlich auch Brust, Schultern und Rücken betroffen sein.

Was ist Babyakne? Gehört sie zur normalen Akne?
Akne ist nicht gleich Akne.2 Je nach Alter der betroffenen Kinder werden verschiedene Formen der Akne unterschieden:
Die Acne neonatorum tritt in den ersten Lebenswochen auf. Sie betrifft vor allem die Wangen und heilt meistens spontan wieder ab.
Die Acne infantum entwickelt sich zwischen dem 3. und 12. Lebensmonat. Neben Mitessern können auch entzündliche Veränderungen auftreten. Bei ausgeprägten Veränderungen kann eine ärztliche Abklärung und manchmal auch eine Therapie sinnvoll sein.
Die präpubertäre Akne tritt meistens zwischen dem 7. und 11. Lebensjahr auf. Oft sind Fettglanz oder Mitesser auf der Stirn oder Nase ein erster Hinweis auf den Beginn hormoneller Veränderungen.
Die Acne vulgaris ist die sog. Jugendakne und beginnt meistens zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr. Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein: von wenigen Mitessern bis zu ausgeprägten entzündlichen Veränderungen.
Was hilft wirklich gegen Akne bei Kindern?
Die wichtigste Botschaft lautet: Früh (be)handeln lohnt sich!
Während bei Erwachsenen häufig vom Konzept „Hit hard and early“ gesprochen wird, könnte man bei Kindern und Jugendlichen eher sagen „Hit smart and early“.
Das Ziel besteht darin, die Entzündungen frühzeitig zu kontrollieren, um langfristig Narben vorzubeugen. Eine notwendige Therapie richtet sich nach Alter des Kindes und dem Schweregrad der Akne.5,6
Bei leichten Formen werden vor allem topische – also lokale – Therapien in Form von Cremes angewendet. Diesen enthalten Wirkstoffe wie Benzoylperoxid, Azelainsäure, topische Retinoide oder auch Kombinationen dieser Wirkstoffe.
Bei mittelschweren oder schweren Verläufen kann die Einnahme von Arzneimitteln, wie dem Isotretinoin, erforderlich sein.
In jedem Fall sollte die Therapie individuell dem Hautzustand des betroffenen Kindes nach ärztlicher Beratung angepasst werden. Von Selbstexperimenten mit unbekannten oder ungeeigneten Wirkstoffen ist dringend abzuraten.
Ist Hautpflege bei Kindern mit Akne überhaupt notwendig?
Kurz gesagt: Ja.
Die medizinische Hautpflege ist heute ein fester Bestandteil moderner Aknetherapie3. Bei der Produktauswahl ist zu berücksichtigen, dass die Kinderhaut sich von der Haut Erwachsener unterscheidet: Die Hornschicht ist dünner, die Hautbarriere und das hauteigene Mikrobiom sind noch nicht vollständig ausgereift und das Verhältnis von Körpergewicht zur Körperlänge ergibt bei Kindern eine größere Körperoberfläche als bei Erwachsenen. Das muss wegen möglicher Resorption von Inhaltsstoffen bei der Produktauswahl berücksichtigt werden. Produkte für Erwachsene sind daher für Kinder in der Regel ungeeignet.
Eine geeignete Hautpflegeroutine beginnt mit einer milden Reinigung der Haut morgens und abends. Den meisten Kindern ist klar, dass abends Schweiß, Feinstaub, Hornschüppchen von der Haut entfernt werden sollten. Doch von der morgendlichen Reinigung (Sebumreste, Partikel aus der Bettwäsche…) müssen gerade viele Jungen noch überzeugt werden. Für die Reinigung der Gesichtshaut eignet sich der DERMASENCE Mousse Reinigungsschaum ideal.
Die anschließende Hautpflege kann die Hautbarriere stabilisieren, das Sebum und die Hautirritationen reduzieren. Zudem stehen Pflegeprodukte zur Verfügung, die die Hauttrockenheit, die als Folge der arzneilichen Therapie auftreten kann, ausgleichen, was die Therapietreue der Betroffenen verbessert.
Gerade bei Kindern und Jugendlichen gilt: Weniger ist oft mehr. Eine einfache Pflegeroutine mit effektiven und gut verträglichen Produkten ist meist erfolgreicher als ein Badezimmerschrank voller Produkte. Wichtig ist außerdem, auf Pflegeprodukte zu setzen, die für diese Altersgruppe entwickelt wurden. Für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren empfiehlt sich daher zunächst ein übersichtliches Basissortiment: Zur täglichen Reinigung eignet sich der DERMASENCE Mousse Reinigungsschaum, der die Haut sanft von überschüssigem Talg und Schmutz befreit. Tagsüber, insbesondere in den sonnenreichen Monaten, kann die DERMASENCE Seborra Leichte Tagespflege mit LSF 30 die Haut pflegen und gleichzeitig vor UV-Strahlung schützen. Am Abend ergänzt die DERMASENCE Seborra Leichte Gelcreme die Routine mit einer leichten, nicht fettenden Pflege. Mit dieser unkomplizierten Kombination erhält die Haut genau die Unterstützung, die sie braucht, ohne sie mit zu vielen Produkten zu belasten.
Ist Schokolade verboten?
Die Frage, ob Nahrungsmittel eine Akne verursachen können, wurde lange diskutiert. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand kann das verneint werden. Nahrungsmittel können aber den Verlauf einer Akne beeinflussen.
Früher galt die Empfehlung, Schokolade, Chips oder fettige Speisen strikt zu meiden. Da heute die genaueren Zusammenhänge bei der Entstehung einer Akne bekannter sind, hat sich der Blick auf die Nahrungsmittel verändert. Besonders intensiv untersucht wurden Lebensmittel mit einem sog. hohen glykämischen Index. Dazu gehören z. B. Süßigkeiten, viele Softdrinks, Weißbrot oder auch die beliebten Frühstückscerealien. Sie lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen und führen zu einer erhöhten Ausschüttung von Insulin und des insulinähnlichen Wachstumsfaktors IGF-1. Beide Botenstoffe können die Talgproduktion fördern und damit die Entstehung von Mitessern und Entzündungen begünstigen.4
Auch Kuhmilch und einige Milchprodukte werden verdächtigt, die Entwicklung einer Akne zu fördern. Die derzeitige Studienlange gibt aber noch keinen Anlass, auf den Verzehr komplett zu verzichten.6
Die wichtigste Botschaft lautet: Akne ist keine Folge von „falschem Essen“ und schon gar nicht die Schuld der Betroffenen. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen Eiweißquellen kann die Haut unterstützen, ersetzt aber keine geeignete Hautpflegeroutine oder notwendige arzneiliche Therapie. Eine gesunde Ernährung verzeiht aber so manchen „Diätfehler“.

Was ist mit den Tipps von Influencer*innen?
TikTok, Instagram und YouTube liefern täglich unzählige Tipps für perfekte Haut. Leider sind nicht alle davon sinnvoll – und widersprechen sich sogar.
Zu den häufigsten Fehlern, die Kinder und Jugendliche nach Empfehlung von Influencern machen, gehören:
- Übertriebende Reinigungsroutinen bis zum Ausdrücken von Pickeln (kann ausgeprägte Entzündungen mit dem Risiko von Narben zur Folge haben!)
- Anwendung von hochdosierten Wirkstoffen (z. B. Säuren)
- Häufige Produktwechsel
- Keinen Sonnenschutz verwenden
Besonders problematisch sind sogenannte „10-Step-Skin-Care-Routinen“. Was für erwachsene Haut manchmal funktioniert, kann die Haut von Kindern schnell überfordern und sogar schädigen. Fachleute sprechen inzwischen von einem „Active-Overload“: Zu viele Wirkstoffe gleichzeitig führen zu Reizungen, Brennen und einer geschwächten Hautbarriere.
Auch der Mythos, dass die Sonnenstrahlung gut für die Akne sei, ist ein subjektiver Eindruck durch das Wohlbefinden bei schönem Wetter. Leider kann die Sonnenstrahlung die Akne fördern – und viele bei Akne eingesetzten Arzneimittel machen die Haut sonnenlichtempfindlich. Bei entsprechendem UV-Index bitte den Sonnenschutz nicht vergessen!3
Ebenso wichtig: Perfekte Haut auf Social Media ist oft gefiltert, retuschiert oder professionell ausgeleuchtet. Sie stellt nicht die Realität dar.
Statt in der digitalen Welt nach Lösungen zu suchen, sollten insbesondere für Kinder und Jugendlichen mit Hautproblemen die Eltern, die dermatologische Arztpraxis und die Apotheke vor Ort die erste Anlaufstelle sein.
Fazit
Akne gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die Ursachen liegen vor allem in hormonellen Veränderungen und den sich daraus ergebenden biologischen Prozessen der Haut.
Eine frühzeitige Behandlung, eine altersgerechte Pflegeroutine und realistische Erwartungen können wesentlich dazu beitragen, die Aknesymptome in den Griff zu bekommen und Narben und Frustration zu vermeiden.
Die wichtigste Botschaft lautet für Kinder, Jugendliche und Eltern daher: Pickel sind normal – und Hilfe suchen auch!
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Quellen
- Eichenfield, Lawrence, et al. (2013): Evidence-Based Recommendations for the Diagnosis and Treatment of Pediatric Acne, PEDIATRIC, Volumen 131, Suppl. 3, S163-S186
- Gollnick, Harald, et al. (2014): Not all acne is acne vulgaris, Dtsch Arzteblatt, 111: 301-312
- Kurokawa, Ichiro et al. (2023): The Role and Benefits of Dermocosmetic in Acne Management in Japan, Dermatol Ther, published online
- Melnik, Bodo et al. (2013): Acne: Risk Indicator for Increased Body Mass Index and Insulin Resistance, Acta Derm Venerol, 93, 644-649
- Nast, Alexander, et al. (2016): European evidence-based (S3) guideline for the treatment of acne – update 2016, JEADV, 30, 1261-168
- Reynolds, Rachel et al. (2024): Guidelines of care for the management of acne vulgaris, 90(5): JAAD,1006.e1-1006.e29
Autorin
Dr. Simone Presto, DERMASENCE Kosmetikwissenschaftlerin
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