Bluthochdruck | Hautveränderungen und Pflegetipps

Blutdrucksenkende Medikamente gelten schon lange als bewährte Mittel gegen Bluthochdruck. Die Nebenwirkungen durch die medikamentöse Therapie zeichnen sich auch auf unserem größten Organ ab – der Haut. Wie du deine Haut gezielt bei Nebenwirkungen wie Juckreiz und/oder trockene Haut pflegen und schützen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

 

Blutdrucksenker können Ausschläge, Rötungen sowie Juckreiz auf unserer Haut auslösen.

Um den Blutdruckhochdruck gering zu halten, werden allgemeine Tipps wie der Verzicht von übermäßigen Salzkonsum, Sport, kaliumreiches Obst, Vermeidung von Stress sowie ein geringer Alkohol- und Tabakkonsum gegeben. Falls das nicht ausreicht, sollte eine medizinische Beratung aufgesucht werden.

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck (Hypertonie) ist definiert als eine anhaltende Erhöhung des Blutdruckes, wenn die Werte mindestens 140 mmgHg systolisch (Anspannungs- und Austreibungsphase) und/oder 90mmHg diastolisch (Entspannungs- und Erweiterungsphase) betragen.

Im Vergleich liegen die normalen Blutdruckwerte zwischen 120/80 und 130/85 mmHg. Häufig tritt Bluthochdruck zusammen mit anderen kardiovaskulären (Herz und Gefäß betreffenden) Risikofaktoren (z. B. Fettstoffwechselstörung, Diabetes) auf.

Behandlungsmaßnahmen

Für die Behandlung von Bluthochdruck ist in den meisten Fällen, neben einem gesunden Lebensstil, eine medikamentöse Therapie notwendig, um den Blutdruck zu senken. Dafür werden unter anderem Medikamente wie ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika und Calciumantagonisten angewendet. Der gesunde Lebensstil trägt zu einer Verzögerung oder Verhinderung des Bluthochdruckes bei. Dazu zählt eine gesunde und ausgewogene Ernährung in Kombination mit körperlicher Aktivität. Das damit verbundene kardiovaskuläre Risiko wird verringert, sodass eine medikamentöse Therapie nicht mehr notwendig ist.

 

Medikamente zur Blutdrucksenkung

ACE Hemmer:

ACE Hemmer sind Medikamente, die zur großen Gruppe der Blutdrucksenker gehören. Durch die Einnahme von ACE-Hemmern wird die Blutregulation beeinflusst. Das körpereigene Enzym ACE (Angiotensin Converting Enzym) bildet ein Hormon (Angiotensin II), wodurch die Blutgefäße stark verengt und der Blutdruck erhöht werden. ACE-Hemmer binden an dem ACE-Enzym, wobei Angiotensin II nicht mehr hergestellt werden kann.
 

Betablocker:

Betablocker hemmen die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, wodurch der Herzschlag und somit auch der Bluthochdruck gesenkt wird. Als Nebenwirkung sind unter anderem schwere Hautentzündungen bekannt. Eine Studie zeigt, dass Betablocker den Abbau von beschädigten Zellbeständen stören, wodurch Botenstoffe freigesetzt werden, die entzündliche Reaktionen auf der Haut auslösen.
 

Diuretika:

Diuretika schwemmen überflüssige Flüssigkeit und Salze aus, wodurch das Blutvolumen kleiner wird, und der Blutdruck sinkt. Sie wirken auf Natrium in unserem Körper. Durch Thiazide (eine Gruppe der Diuretika) wird die Rückresorption von Natrium aus dem Primärharn in den Körper gehemmt. Dabei wird das Natrium, in Form von Salzen, vermehrt über den Urin ausgeschieden. Diese Salze scheiden dabei Wasser mit aus, wobei ein erhöhter Blutdruck verringert wird.

Calciumantagonisten:

Calciumantagonisten (Calciumkanalblocker) blockieren die Calciumkanäle der glatten Muskelfasern der Gefäße sowie des Herzens. Dadurch ziehen sich die Zellen der Gefäße nicht mehr zusammen, wodurch die Arterien weitgestellt sind und der Blutdruck nicht weiter ansteigt.

Wie beeinflussen Blutdrucksenker unsere Haut?

Um den Bluthochdruck im Normbereich zu halten, werden medikamentöse Behandlungen eingesetzt, die ihre Spuren auf der Haut hinterlassen können. Ausschläge, die durch allergische Reaktionen ausgelöst werden können, sind auf der Haut unangenehm.

Die meisten Ausschläge, die mit der Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten einhergehen, werden auf der Haut unterschiedlich sichtbar, sobald das Immunsystem mit dem Medikament in Berührung kommt und eine Sensibilisierung gegenüber dem Medikament ausgelöst wird.

Medikamentenbedingte Hautauschläge:

  • Können mit Rötungen sowie starkem Juckreiz einhergehen, wobei die Hautbarriere stark beeinträchtigt wird.
  • Behandlung mit ACE-Hemmer: Es können weißlich bis rötlich juckende Quaddeln (Schwellungen) als Folge einer allergischen Reaktion ausgelöst werden (wird auch als Urtikaria (Nesselsucht) bezeichnet).
  • ACE-Hemmer können Angioödeme (ein entzündliches Ödem, das in den tiefen Hautschichten und meist im Gesicht- und Halsbereich lokalisiert ist) auslösen, die in Form von Schwellungen durch Wassereinlagerungen auf der Haut und an den Schleimhäuten erkennbar sind.

In diesen Fällen sollte eine medizinische Beratung aufgesucht werden.

Außerdem können Blutdrucksenker bereits bestehende Hauterkrankungen deutlich verschlimmern. So tragen zum Beispiel Betablocker und Diuretika zu einer Verschlechterung einer bereits bestehenden Schuppenflechte (Psoriasis) bei.

Während der Einnahme von Calciumkanalblockern können Fußödeme (Ansammlungen von wässriger Flüssigkeit) ausgelöst werden, wobei die Haut an diesen Stellen besonders lichtempfindlich ist und somit ein erhöhtes Hautkrebsrisiko besteht.

Juckreiz, eine der häufigsten und unangenehmsten Hautveränderungen, steht häufig im Zusammenhang mit Diuretika, wobei optische Hautveränderungen nicht zwanghaft entstehen müssen.

Blutdrucksenker und Sonne – eine schlechte Kombination

Viele Medikamente können photoallergische oder phototoxische Veränderungen auf der Haut verursachen. Dazu zählen auch Arzneimittel, die den Bluthochdruck langfristig senken sollen. Sie können die Haut lichtempfindlicher gegenüber der Sonne machen und ggf. lichtbedingte Hautreaktionen auslösen. Durch das Zusammenwirken des pharmazeutischen Stoffes und der UV-A-Strahlung wird eine phototoxische Dermatitis ausgelöst. Die Folge: Rötungen über Schmerzen bis hin zu Verbrennungen.

Hautpflegetipps während und nach der Medikation


Der Teufelskreislauf

Der Teufelskreis des Juckreizes ist ein ständig rotierender Prozess in der Haut, beginnend mit einer Barrierestörung und äußert sich in Form von trockener Haut. Die Betroffenen verspüren einen Juckreiz (Pruritus), der zum Kratzen auffordert. Erreger können dadurch einfacher in die Haut eindringen, wobei eine Infektion entsteht und ein Ekzemschub auftritt. Folglich ist die Barriere der Haut wieder gestört. Wie dieser Kreislauf unterbrochen werden kann, zeigen die folgenden Pflegeempfehlungen.

Die SOS Pflege bei Juckreiz: Die DERMASENCE Polaneth Lotion ist speziell für starken Juckreiz entwickelt worden. In der Lotion ist Polidocanol enthalten – ein wichtiger Wirkstoff, der lokalanästhetisch (örtliche Schmerzausschaltung) zur Minderung von quälendem und schmerzhaften Juckreiz wirkt. Für die trockene Haut dient Urea zur Feuchtigkeitsregulierung. Gleichzeitig wird der TEWL (transepidermale Wasserverlust) durch hochwertige Öle geringgehalten und die Haut vor weiterer Austrocknung geschützt.

Für die barrieregeschädigte Haut: Als Intensivpflege für trockene und gereizte Haut eignet sich die DERMASENCE Vitop forte mit der Naturkraft der Waidpflanze. So kann der unten aufgeführte „Teufelskreislauf“ durchbrochen werden. Durch die amphiphile (wasser- und fettliebende) Galenik wird ein atmungsaktiver und wasserdurchlässiger Film gebildet, der die Haut vor übermäßigem Feuchtigkeitsverlust und mechanischen Belastung schützt. Durch den Wirkkomplex aus Grünem Tee, Aloe vera und Färberwaid ist die Pflegecreme in der Lage, hauteigenen Regenerationsprozesse zu stimulieren und Entzündungsprozessen vorzubeugen.

 

Die Stärkung für die Hautbarriere: Für die entstandenen Rötungen und irritierte Haut im Gesicht eignet sich die DERMASENCE BarrioPro Gesichtsemulsion. Hierbei handelt es sich um eine entzündungsregulierende Aufbaupflege für barrieregeschädigte Haut. Die Kombination aus wertvollen Inhaltsstoffen bewirkt eine anti-inflammatorische (entzündlich) Wirkung, wodurch die Regenerationsprozesse effektiver ablaufen können, und Entzündungszeichen sowie eine erhöhte Sensibilität reduziert werden. Der kühlende Effekt ist durch die leichte O/W-Galenik sehr angenehm bei einem irritierten Hautbild.
Für die barriereaufbauende Körperpflege empfehlen wir die DERMASENCE BarrioPro Körperemulsion. Wird die Emulsion täglich angewendet, so werden Rötungen und Missempfindungen am ganzen Körper reduziert, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen. Die Haut fühlt sich spürbar geschmeidig an.

Für die lichtempfindliche Haut: Um lichtbedingte Hautschäden vorzubeugen, eignet sich die DERMASENCE Solvinea Med LSF 50+ am besten. Die leichte Gelcreme enthält einen sehr hohen UV-A- sowie UV-B-Schutz und ist für die empfindliche Haut sehr gut geeignet.

Allgemeine Tipps zur Regulation des Bluthochdrucks

  • Körperliche Aktivität trägt nicht nur zur Gesunderhaltung des Herz-Kreislaufsystems bei, sondern gilt auch als „Zusatztherapie“ bei der Behandlung von Bluthochdruck.
  • Verzichte auf übermäßigen Salzkonsum, denn Kochsalz bindet Wasser und erhöht damit den Blutdruck.
  • Reduziere bestmöglich deinen privaten oder beruflichen Stress, denn auch der treibt die Blutdruckwerte in die Höhe.
  • Das Trinken von Alkohol sollte auf das Geringste reduziert werden.
  • Der Verzicht auf das Rauchen ist nicht nur positiv für die erhöhten Blutdruckwerte, sondern für den gesamten Körper.
  • Achte auf deine Ernährung.
  • Der Verzehr von kaliumreichem Obst sowie Gemüse wird empfohlen, denn eine Kalziumergänzung senkt den Blutdruck.

Bluthochdruck und Nahrungsmittel

Mehrere Studien haben ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und Hypertonie gibt. Große Mengen an gesättigten Fettsäuren, Cholesterin sowie Natrium- und Kochsalzkonsum wirken sich negativ auf den Blutdruck aus. Die Funktion der Blutgefäße wird durch die Ablagerung von Cholesterin eingeschränkt. Mehrere Studien haben ergeben, dass Veganer*innen niedrigere Blutdruckwerte haben als Fleischessende. Außerdem wird durch die ausgewogene vegane Ernährungsweise eine hohe Kaliumzufuhr sichergestellt, wodurch der Bluthochdruck gesenkt wird, da Kalium physiologisch gesehen der „Gegenspieler“ von Natrium ist. Kalium ist zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse enthalten.

Quellen

Autorinnenteam

Nina Nowotsch, DERMASENCE Kosmetikwissenschaftlerin

und

Anna Tersteeg, Kosmetikwissenschaftlerin

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