Ultraschall, Microneedling & Co. – Was sind die Vorzüge von apparativer Kosmetik?

Der Wunsch nach einem strahlenden Aussehen, einer gesunden und ewig jung bleibenden Haut ist ein in unserer Gesellschaft weit verbreitetes Ziel, das angestrebt wird. Neben den herkömmlichen geübten Handgriffen der*s Kosmetiker*in findet auch die apparative Kosmetik ihren Einsatz und ist längst nicht mehr wegzudenken. Dazu gilt zu sagen, dass dies kein Wunder ist. Denn sehr häufig werden durch apparative Verfahren beeindruckende Ergebnisse erzielt, die das Hautbild nachhaltig sowie langfristig verbessern.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher apparativer Verfahren in der Kosmetik – Microneedling, Microdermabrasion, Ultraschall, IPL und Laser sind nur einige Beispiele. In diesem Artikel werden wir nicht alle Gerätschaften aufführen, sondern explizit das Augenmerk auf Microneedling, Microdermabrasion sowie Ultraschall richten und klären, was durch diese drei Verfahren in der Haut erzielt wird. Weiterlesen lohnt sich.

Das Microneedling – durch mikrofeine Verletzungen zu großer Wirkung

Übersetzt bedeutet Microneedling nichts anderes als „feine Stiche“. Bei einer Kollageninduktions-Therapie wird die Haut im Gesicht mit Nadeln verletzt. Dies hört sich erst einmal wenig vielversprechend und erstrebenswert an. Allerdings gilt festzuhalten, dass die feinen Einstiche in die Haut die Selbsterneuerung dieser anregen. Dies kann bei mehrfacher bzw. regelmäßiger Anwendung unter anderem zur Verfeinerung von Falten und Narben beitragen.

Grundsätzlich gilt beim Microneedling das Aufbringen von sehr viel Geduld. Behandlungen müssen wiederkehrend durchgeführt werden, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

Dennoch: Needling ist nicht gleich Needling. Insbesondere die Effektivität der Needling-Behandlungen ist sehr unterschiedlich.

Bei rein kosmetischen Microneedling-Behandlungen dringen die Nadeln etwa 0,1 bis 0,3 Millimeter in die obersten Hautschichten (Fachbegriff: Epidermis) ein.

Bezeichnet werden diese Behandlungen als sogenannte „oberflächliche, kosmetische Needlings“. Sie werden mit einer speziellen Apparatur in Form eines Rollers oder Pens durchgeführt und unterstützen die Haut nachhaltig, rosiger sowie frischer auszusehen.

Außerdem können auf diese Weise erste kleine Knitterfältchen geglättet werden. Wirkstoffe haben überdies erleichterte Möglichkeiten, in die Haut zu penetrieren.

Medizinische Needlings werden mit feinen Nadeln durchgeführt, die eine Länge ab 0,5 Millimetern aufweisen. Dadurch wird ein tieferes Eindringen in die Haut bis in die unteren Hautschichten (Fachbegriff: Dermis) ermöglicht. Dermatologen beobachten durch die Behandlungen (die Kollageninduktions-Therapie) in erster Linie einen Wundheilungsprozess, der mit einer Kollagenneubildung* einhergeht. Auf diese Weise können Aknenarben oder sogar Dehnungsstreifen gemildert werden. Auch zur Faltenreduktion eignet sich dieses Verfahren.

*Kurz zur Einordnung: Kollagen ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Gewebes und dient als sogenanntes Stützgerüst der Haut. Es ist also verantwortlich für die Spannkraft der Haut.

Die Microdermabrasion

Eine Microdermabrasion gilt als schonendes apparatives Verfahren zur Hautverjüngung. Sie ist unter anderem dafür geeignet, (Knitter)Falten, Narben, Aknenarben, Verhornungen sowie Pigmentflecke auf ein Minimum zu reduzieren.

Während der Behandlung werden mittels Druckluft Ionenkristalle auf die Haut geblasen und im selben Moment wieder abgesogen. Auf diese Weise kann zum einen mehr Sauerstoff zu den Hautzellen gelangen sowie zum anderen werden oberste, abgestorbene Hautschüppchen abgetragen. Das Verfahren gilt als schonend. Die Regenerationsprozesse in der Haut werden angeregt, sodass das Erscheinungsbild feiner und geklärter ist.

Nach der Durchführung einer Microdermabrasion ist die Haut für die anschließende Pflege sowie die darin enthaltenen Wirkstoffe bestmöglich vorbereitet – sie ist sehr viel aufnahmefähiger.

Der Einsatz von Ultraschall als Tiefenmassage im Gesicht

Ultraschall wird in der Kosmetik bereits seit langer Zeit eingesetzt. Eine Vielzahl an Problemen in der Haut lassen sich schonend durch regelmäßige und wiederkehrende Ultraschallbehandlungen lösen. Eingesetzt wird es unter anderem zur Behandlung von Akne, Falten, Rosacea, Couperose und Dehnungsstreifen.

Während der Behandlungen dringen die Ultraschallwellen in die Haut ein und entfalten dort auf zellulärer Ebene, durch die Entstehung von Wärme, ihre Wirkung.

Sie bewirken eine verstärkte Durchblutung, sodass Stoffwechsel- und Regenerationsprozesse in der Haut angeregt werden. Außerdem wird der Lymphfluss aktiviert, sodass der Abtransport über die Lymphbahnen schneller passiert.

Dies kann insbesondere bei Hauterkrankungen wie beispielsweise der Rosacea einen enormen Mehrwert für die betroffenen Personen darstellen.

Grundsätzliche Informationen zu apparativen Verfahren

Hygiene gilt als das A und O – Die Geräte müssen immer gewissenhaft desinfiziert und gereinigt werden. Außerdem raten wir davon ab, mit Profi-Geräten eigenständige Behandlungen durchzuführen. Die Gefahr von Schädigungen in der Haut ist in der Regel sehr hoch. Für die Heimanwendung gibt es spezielle Geräte, die sich einfach und sicher zuhause anwenden lassen. Wir empfehlen, sich in die geschulten Hände eines Kosmetikprofis oder einer dermatologischen Praxis zu gegeben.

Folgendes kann mit apparativer Kosmetik erreicht werden.

  • Reduzierung von Falten
  • Anregung von Stoffwechselprozessen
  • Intensive Massagen
  • Haarentfernung (IPL, Laser)
  • Tiefe Reinigung der Haut
  • Verbesserung der Aufnahme von Wirkstoffen
  • Verbesserung der Regenerationsfähigkeit der Haut

Merke:

Der Erfolg jeder Behandlung mit einem apparativen Verfahren lebt selbstverständlich auch von der entsprechenden Begleitpflege, die vorher, währenddessen sowie nach der Behandlung angewandt wird.

Quellen

  • Koch, R.J/ Hanasono, MM. (2001): Mikrodermabrasion. In: Kliniken für plastische Gesichtschirurgie in Nordamerika. 9 (3): 377.382.
  • Pearl, E./ Grimes, MD. (2006): Mikrodermabrasion. In: Dermatologische Chirurgie. Band 31, Ausgabe s3, S. 1160-1165.
  • Hou, Angela at al. (2017): Microneedling: Eine umfassende Überprüfung. In: Dermatologische Chirurgie. Band 43, Ausgabe 3, S. 321-339.