Sauer macht gesund | Warum Fruchtsäuren auch bei trockener Haut sinnvoll sind
Wir alle kennen die Redewendung „sauer macht lustig“ – meist im Zusammenhang mit sauren Lebensmitteln. Doch auch unsere Haut fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes wohler, wenn sie leicht sauer ist. Denn eine gesunde Hautoberfläche besitzt natürlicherweise einen leicht sauren pH-Wert, der entscheidend für eine stabile Hautbarriere ist.
Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann die Haut trocken, empfindlich und irritiert reagieren. Spannungsgefühle, Schuppungen oder ein raues Hautgefühl sind häufige Folgen. Genau hier können Fruchtsäuren unterstützen – auch wenn man sie zunächst eher mit Peelings, unreiner Haut und Anti-Aging verbindet.
Doch warum spielt der pH-Wert überhaupt eine so wichtige Rolle für unsere Hautgesundheit? Und weshalb können Fruchtsäuren auch bei trockener Haut sinnvoll sein? Die Antworten auf diese Fragen erfährst du in diesem Blogartikel.
Eine gesunde Haut besitzt von Natur aus einen leicht sauren pH-Wert zwischen etwa 4,1 und 5,8. Dieser unterstützt den Säureschutzmantel, der ein wichtiger Bestandteil der Hautbarriere ist. Das saure Milieu hilft dabei, den Feuchtigkeitsverlust der Haut zu reduzieren und sie vor äußeren Einflüssen zu schützen. Gleichzeitig trägt es dazu bei, das natürliche Gleichgewicht der Hautflora aufrechtzuerhalten.
Obwohl trockene Haut oft empfindlich reagiert, können Fruchtsäuren bei richtiger Anwendung unterstützend wirken. Sie tragen dazu bei, trockene Hautschüppchen sanft zu lösen und den transepidermalen Wasserverlust zu reduzieren. Zudem fördern sie die Regeneration des Säureschutzmantels und können die Widerstandsfähigkeit der Haut verbessern. Durch die schrittweise Gewöhnung an ein saures Milieu, auch Säurehardening® genannt, lässt sich die Hautbarriere langfristig unterstützen.
Fruchtsäuren sollten immer an den individuellen Hautzustand angepasst werden. Besonders bei trockener oder empfindlicher Haut empfiehlt sich ein langsamer Einstieg mit wenigen Anwendungen pro Woche. Treten anhaltende Rötungen, Brennen oder starke Spannungsgefühle auf, sollte die Anwendung überprüft werden. Da Fruchtsäuren die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen können, ist ein täglicher UV-Schutz unverzichtbar.
Warum ist ein leicht saurer pH-Wert für die Haut wichtig?
Die Oberfläche unserer Haut ist von einem feinen Schutzfilm überzogen, dem sogenannten Säureschutzmantel. Dieser setzt sich aus hauteigenen Fetten (Talg), Schweiß und Bestandteilen der obersten Hautschicht zusammen und bildet einen wichtigen Teil der natürlichen Hautbarriere.1 Gesunde Haut weist in diesem Bereich natürlicherweise einen leicht sauren pH-Wert zwischen etwa 4,1 und 5,8 auf. Dieser Bereich ist entscheidend für die Schutzfunktion der Haut, da er hilft, die Hautbarriere aufrechtzuerhalten und das natürliche Gleichgewicht der Haut zu stabilisieren.2
Der leicht saure Zustand erfüllt dabei mehrere wichtige Funktionen: Er unterstützt die natürliche Mikroflora der Haut, hemmt das Wachstum bestimmter Mikroorganismen und hilft, den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) zu reduzieren. So bleibt die Haut besser vor Austrocknung, äußeren Reizstoffen und Umwelteinflüssen geschützt.3,4
Wird dieses Gleichgewicht gestört – beispielsweise durch aggressive Reinigung, alkalische Seifen oder eine bereits geschwächte Hautbarriere – kann sich der pH-Wert der Haut erhöhen. Die Schutzfunktion der Haut wird dadurch beeinträchtigt: Feuchtigkeit geht schneller verloren, die Haut reagiert sensibler auf äußere Einflüsse und wird anfälliger für Irritationen. Zudem können sich pathogene Mikroorganismen besser vermehren.3,4

Genau hier können Fruchtsäuren ansetzen: Sie können dazu beitragen, den hautphysiologischen pH-Wert zu unterstützen und so die Hautbarriere langfristig zu stärken.5
Mehr zur Funktion des Säureschutzmantels und zum pH-Wert der Haut erfährst du in unserem Blogartikel „pH-Wert der Haut – Warum gesunde Haut leicht sauer ist”.
Welchen Effekt haben Fruchtsäuren auf die Haut?
Fruchtsäuren sind vor allem als Peeling-Wirkstoffe bekannt – dabei können sie die Hautgesundheit auf ganz unterschiedliche Weise unterstützen. Je nach Säure unterscheiden sich ihre Eigenschaften und damit auch ihre Effekte auf die Haut.6
Zu den zentralen Wirkungen von Fruchtsäuren zählen:7
- Förderung der natürlichen Hauterneuerung
- Sanfte Abschilferung abgestorbener Hornzellen (Exfoliation)
- Unterstützung des hautphysiologischen pH-Werts
- Stabilisierung der Hautbarriere
- Verbesserung der Hautfeuchtigkeit
- Verfeinerung des Hautbildes
- Aktivierung der Haut
In der Hautpflege kommen besonders häufig Alpha-Hydroxysäuren (AHAs) sowie Beta-Hydroxysäuren (BHAs) zum Einsatz. Obwohl beide Säuregruppen im kosmetischen Kontext häufig gemeinsam betrachtet werden, zählen streng genommen nur die AHAs zu den Fruchtsäuren. BHAs bilden aufgrund ihrer chemischen Struktur eine eigene Wirkstoffgruppe.
Alpha-Hydroxysäuren (z. B. Glycolsäure, Milchsäure):
- wirken überwiegend an der Hautoberfläche
- fördern die Abschilferung abgestorbener Hornzellen und die Hauterneuerung
- senken den pH-Wert der Haut auf ein hautphysiologisches Niveau
- können zur Stabilisierung des Säureschutzmantels und der Hautbarrierre beitragen
- unterstützen die Wiederherstellung und Speicherung von Feuchtigkeit
- stimulieren in höheren Konzentrationen die Synthese von Kollagen und Elastin7
Beta-Hydroxysäuren (z.B. Salicylsäure):
- sind fettlöslich und dringen bevorzugt in Poren sowie talgreiche Hautbereiche ein
- lösen Verhornungen und unterstützen die porentiefe Reinigung
- können überschüssigen Talg reduzieren
- wirken antimikrobiell und entzündungsmodulierend6,8
Du möchtest noch mehr über Fruchtsäuren erfahren? In unserem Blogartikel A wie AHA, C wie Chemical Peel – Das Fruchtsäure-ABC findest du weiterführende Informationen.
Fruchtsäurepeelings bei trockener Haut – Inwiefern verhelfen sie zu einem gesunden Hautzustand?
Auf den ersten Blick mag der Einsatz von Fruchtsäuren bei trockener Haut widersprüchlich erscheinen. Schließlich geht trockene Haut häufig mit einer geschwächten Hautbarriere, erhöhter Empfindlichkeit und Feuchtigkeitsverlust einher. Entsprechend besteht oft die Annahme, dass Fruchtsäuren die Haut zusätzlich reizen könnten.
Richtig ausgewählt und individuell angepasst können Fruchtsäuren jedoch auch bei trockener Haut sinnvoll eingesetzt werden. Ein zugrunde liegendes Prinzip ist das sogenannte Säurehardening® (Säureabhärtung): Die Haut wird schrittweise an ein leicht saures Milieu gewöhnt, wodurch die Hautbarriere langfristig unterstützt und die Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen gestärkt werden kann.
Die zuvor beschriebenen Wirkmechanismen von Fruchtsäuren können bei trockener Haut gezielt genutzt werden. Sie können dazu beitragen:9
- die Hautfeuchtigkeit zu unterstützen, indem der transepidermale Wasserverlust (TEWL) reduziert wird
- trockene Hautschüppchen sanft zu lösen, wodurch die Haut glatter und ebenmäßiger erscheint
- den hautphysiologischen pH-Wert zu unterstützen und die Regeneration des Säureschutzmantels zu fördern
- die Hautbarriere zu stabilisieren und so die Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen zu verbessern
Damit diese positiven Effekte optimal genutzt werden können, kommt es jedoch auf die richtige Anwendung an.
Was sollte bei der Anwendung von Fruchtsäuren beachtet werden?
Fruchtsäuren können die Haut auf vielfältige Weise unterstützen – vorausgesetzt, sie werden passend zum individuellen Hautzustand und zur Pflegeroutine eingesetzt. Damit die Anwendung gut vertragen wird und die Haut optimal profitiert, sollten einige Punkte beachtet werden.
Darauf kommt es bei der Anwendung an:
- Konzentration allein ist nicht ausschlaggebend: Die Wirksamkeit hängt nicht allein von der Prozentangabe ab. Auch pH-Wert der Formulierung, Art der Säure, Einwirkzeit und der individuelle Hautzustand beeinflussen die Wirkweise.9
- Schrittweiser Einstieg: Besonders empfindliche oder trockene Haut profitiert von einem langsamen Einstieg, damit sich die Haut an die aktiven Wirkstoffe gewöhnen kann. Das bedeutet: Zunächst ein- bis zweimal pro Woche starten und die Anwendung je nach Verträglichkeit schrittweise steigern.
- Hautzustand beachten: Bei akut gereizter, entzündeter oder geschädigter Haut sollten keine Fruchtsäuren verwendet werden!
- Warnsignale der Haut ernst nehmen: Ein leichtes Kribbeln direkt nach dem Auftragen kann normal sein. Anhaltendes Brennen, starke Rötungen, Spannungsgefühle oder Schuppungen können jedoch Hinweise auf Reizungen sein.
- Täglicher UV-Schutz: Da Fruchtsäuren die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen können, ist ein täglicher Sonnenschutz essenziell.9
Grundsätzlich gilt: Fruchtsäuren sind aktive Wirkstoffe und können bei unsachgemäßer Anwendung zu Hautirritationen führen. Um ihre positiven Eigenschaften optimal zu entfalten, sollten sie daher immer individuell auf den Hautzustand abgestimmt und bewusst in die Pflegeroutine integriert werden.
Fruchtsäuren für zuhause – Welche Produkte sind für die trockene Haut sinnvoll?
Die positiven Effekte von Fruchtsäuren lassen sich nicht nur im professionellen Umfeld, sondern auch in der täglichen Hautpflege gezielt nutzen. Entscheidend ist dabei nicht allein die Konzentration der eingesetzten Säuren, sondern insbesondere die Formulierung und der pH-Wert des Produktes. Denn Fruchtsäuren entfalten ihre Wirkung nur in einem ausreichend sauren Milieu.9
In den DERMASENCE Fruchtsäureprodukten wurde der pH-Wert gezielt auf die gewünschten Effekte abgestimmt, um die Haut optimal zu unterstützen.
Reinigung
- DERMASENCE Mousse Reinigungsschaum enthält eine Kombination aus Glycolsäure (AHA) und einem Salicylsäure-Derivat (BHA). Der Schaum reinigt porentief, unterstützt die Regeneration des Säureschutzmantels und kann das Hautbild verfeinern.
- DERMASENCE Tonic Erfrischendes Gesichtswasser entfernt Rückstände nach der Reinigung, spendet Feuchtigkeit und unterstützt die Einstellung des hautphysiologischen pH-Werts.
- Bei feuchtigkeitsarmer oder aktivierungsbedürftiger Haut bietet sich alternativ der DERMASENCE Chrono retare AHA Toner an: Eine Alternative bei feuchtigkeitsarmer oder aktivierungsbedürftiger Haut. Mit Glycol- und Milchsäure, einem Feuchtigkeitskomplex und Säurehardening®-Effekt unterstützt er die Hautbarriere und die Regeneration des Säureschutzmantels.
Tagespflege
- DERMASENCE BarrioPro Barriereaufbauende Gesichtsemulsion: Ergänzt die Routine mit barrierestärkenden und beruhigenden Wirkstoffen – insbesondere bei empfindlicher oder irritierter Haut.
- DERMASENCE SolvineaMed Sonnenschutzprodukte: Da Fruchtsäuren die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen können, ist ein konsequenter UV-Schutz essenziell. Die DERMASENCE SolvineaMed Sonnenschutz-Lotion LSF 50+ oder das DERMASENCE SolvineaMed Sonnenschutz-Gesichtsfluid LSF 50+ eignen sich hierfür besonders gut. Direkte, intensive Sonneneinstrahlung sollte dennoch möglichst vermieden werden.
Abendpflege
- DERMASENCE Hyalusome Aktivierende Fruchtsäurecreme: Kombiniert Glycolsäure mit reinem Vitamin C, um die Hauterneuerung zu fördern, das Hautbild zu verfeinern und antioxidativen Schutz zu bieten. Gleichzeitig unterstützen ein Feuchtigkeitskomplex und Hyaluronsäure die Hautfeuchtigkeit. Nach einer individuellen Eingewöhnungsphase kann die Creme regelmäßig in die Abendroutine integriert werden.
Ein zusätzlicher Vorteil: Fruchtsäureprodukte können auch zur Vorbereitung auf professionelle Chemical Peels eingesetzt werden, um die Haut bereits an das saure Milieu und die Wirkstoffe zu gewöhnen. So werden auch die sichtbaren Ergebnisse der Behandlungen verbessert, da häufig mit höheren Konzentrationen oder längeren Einwirkzeiten gearbeitet werden kann.
Fruchtsäuren: Unsere Produktempfehlungen für trockene Haut
Quellen
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- Behm B, Kemper M, Babilas P, Abels C, Schreml S. Impact of a Glycolic Acid-Containing pH 4 Water-in-Oil Emulsion on Skin pH. Skin Pharmacol Physiol. 2015;28(6):290-295. doi:10.1159/000439030
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- Karwal K, Mukovozov I. Topical AHA in Dermatology: Formulations, Mechanisms of Action, Efficacy, and Future Perspectives. Cosmetics. 2023;10(5):131. doi:10.3390/cosmetics10050131
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- Tang SC, Yang JH. Dual Effects of Alpha-Hydroxy Acids on the Skin. Molecules. 2018;23(4):863. doi:10.3390/molecules23040863
Autorin
Sina Rensing, DERMASENCE Kosmetikwissenschaftlerin
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