Schilddrüsenerkrankungen und die Haut | Welche Hautveränderungen können auftreten und welche Pflege ist die richtige?

Das schmetterlingsförmige Organ ist für die Produktion von Schilddrüsenhormonen und somit für die Entwicklung und Homöostase (Gleichgewicht) des Organismus enorm relevant. Bei einer Dysfunktion der Schilddrüse, in Form einer Über- bzw. Unterfunktion (Hyper- bzw. Hypothyreose), kommt es zu einer Fehlregulation der Hormonproduktion, welche sich auf den gesamten Körper auswirken kann. Auch die Haut ist davon betroffen.1 Je nach Ausprägung der Erkrankung kann sich das Hautbild deutlich ändern  – von trockener, blasser Haut bis hin zu feuchtwarmer, empfindlicher Haut. Wie genau sich die Haut verändert und wie sie am besten gepflegt wird, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Die Schilddrüse steuert zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper und hat dadurch auch Einfluss auf die Haut. Produziert sie zu viele oder zu wenige Hormone, können sich Veränderungen des Hautbildes bemerkbar machen. Häufig treten Trockenheit, veränderte Schweißproduktion oder eine beeinträchtigte Hautbarriere auf. Die Haut kann dadurch empfindlicher auf äußere Einflüsse reagieren.

Bei einer Unterfunktion verlangsamen sich viele Stoffwechselvorgänge, was sich auch an der Haut zeigt. Typisch sind trockene, raue und schuppige Hautpartien sowie ein Spannungsgefühl. Zudem kann die Regenerationsfähigkeit der Haut eingeschränkt sein. Eine konsequente Pflege hilft dabei, Feuchtigkeitsverluste auszugleichen und die Hautbarriere zu unterstützen.

Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion berichten häufig von einer warmen, weichen und stärker durchbluteten Haut. Auch vermehrtes Schwitzen kann auftreten. Durch die gesteigerte Stoffwechselaktivität verändert sich das Hautbild oft sichtbar. Die individuellen Ausprägungen können jedoch unterschiedlich stark sein.

Welche Rolle spielen Hormone bei einer Schilddrüsenerkrankung?

Das Wort „Hormon“ leitet sich vom griechischen hormao ab und bedeutet so viel wie „ich treibe an“. Und genau das beschreibt ihre Funktion sehr treffend: Hormone sind chemische Signalstoffe, die Prozesse im Körper anstoßen oder bremsen.2 Die Hormone der Schilddrüse, wie Triiodthyronin, Thyroxin und das Peptidhormon Calcitonin, sind dabei vor allem für den Stoffwechsel von nahezu allen Körperzellen verantwortlich und somit auch für den der Haut.1

Was passiert, wenn die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert?

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) verlangsamt sich der Stoffwechsel. Betroffene sind häufig müde oder abgeschlagen und sehr kälteempfindlich. Da Schilddrüsenhormone viele Prozesse in der Haut steuern, vermindern sich bei einem Mangel unter anderem die Zellerneuerung, die Barrierefunktion der Haut und auch die Aktivität von Talg- und Schweißdrüsen. Außerdem kann es zu einer vermehrten Einlagerung bestimmter Stoffe wie Hyaluronsäure und anderer Glykosaminoglykane in der Haut kommen. Diese binden Wasser und können im Übermaß zu einem typischen myxödematösen, also teigig geschwollenen Hautbild beitragen.3

Welche Hautveränderungen treten bei einer Unterfunktion der Schilddrüse auf?

Verminderte Barrierefunktion

Mittlerweile ist bekannt, dass die Schilddrüsenhormone die Barrierebildung in der Haut beschleunigen können. Durch einen Mangel an Hormonen, insbesondere des T3-Hormons, wie es bei einer Schilddrüsenunterfunktion der Fall ist, wird die Funktion der Barriere beeinträchtigt. Ebenso wird die Bildung der Odland-Körperchen (lamellare Granula) beeinträchtigt. Sie bauen den „Mörtel“, der unsere Hautzellen verbindet. Dieser Mangel trägt zusätzlich zu der Schädigung der Barrierefunktion bei.3

Gesunde Haut

Barrieregeschädigte Haut

Hauttrockenheit

Hinzu kommt, dass bei einer Schilddrüsenunterfunktion die Epidermis verdünnt ist und die Haut stärker verhornt. In Kombination mit der verminderten Barrierefunktion sorgt dies dafür, dass die Haut stark austrocknet. Sie ist rau und mit feinen Schuppen bedeckt.3 Hier wird häufig sogar von einer Xerosis Cutis (Hauttrockenheit) gesprochen.

Blasse oder gelbliche Haut

Durch die verminderte Durchblutung der Haut wirkt der Teint bei einer Schilddrüsenunterfunktion meist blass und die Haut fühlt sich kühl an.4  Neben der blassen Hautfarbe kann aber auch ein eher gelber Hautton auftreten. Dieser zeichnet sich häufig an den Handflächen, Fußsohlen oder Nasolabialfalten ab und ist auf einen erhöhten Karotingehalt zurückzuführen.3

Brüchige Haare und Nägel

Auch Haare und Nägel verändern sich nicht selten: Das Haar kann spröde und langsam wachsend sein, teilweise kommt es zu diffusem Haarausfall oder zum typischen Verlust des äußeren Drittels der Augenbrauen. Auch die Nägel wachsen oft langsamer und wirken verdickt und brüchig.3

Wie pflege ich meine Haut bei einer Unterfunktion der Schilddrüse?

Die Unterfunktion der Schilddrüse sorgt für ein sehr trockenes und raues Hautbild mit eingeschränkter Barrierefunktion. Daher sollte bei der Hautpflege gezielt auf wertvolle Lipide und barrierestärkende Wirkstoffe geachtet werden.

Unser Produkttipp

DERMASENCE BarrioPro Barriereaufbauende Gesichtsemulsion: Durch die Synergie aus Pflanzenextrakten sowie einem Polysaccharid und PEA (natürlicher Bestandteil der ersten Hautschicht) werden die Missempfindungen der Haut gemindert und die Barriere langfristig gestärkt. Durch die Balance aus feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen sowie wertvollen Lipiden wird die Haut genährt und vitalisiert.

Und für den Körper

DERMASENCE Adtop 10 % Urea Pflegecreme: Auch die Körperhaut benötigt Lipide und Feuchtigkeit. In dieser Pflegecreme ist neben 10% Urea (Harnstoff) auch Glycerin enthalten. Gerade Urea hat die Fähigkeit, die raue und schuppige Haut weich und geschmeidig zu machen, während Glycerin die Haut ebenfalls intensiv mit Feuchtigkeit versorgt. Beide Inhaltsstoffe sind Teil des natürlichen Feuchthaltesystems der Haut. Durch die spezielle (amphiphile) Formulierung wird ein Schutzfilm auf der Haut gebildet. Dieser sorgt zum einen dafür, dass die Haut nicht weiter austrocknet, und zum anderen, dass die Haut „von außen“ nicht weiter belastet und gereizt wird.

Was passiert, wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert?

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) steht häufig im Zusammenhang mit der Krankheit Morbus Basedow, bei der die Schilddrüse dauerhaft angeregt wird, zu viele Hormone zu produzieren. Während bei der Unterfunktion der Stoffwechsel sehr langsam arbeitet, besteht bei einer Überfunktion genau das gegenteilige Problem. Der Stoffwechsel wird angekurbelt, weshalb die betroffenen häufig mit Nervosität, Gewichtsverlust und Wärmeempfindlichkeit zu kämpfen haben.5 Auf der Haut macht sich diese gesteigerte Konzentration der Schilddrüsenhormone vor allem durch eine erhöhte Temperatur und spürbar feuchte Haut bemerkbar.4

Welche Hautveränderungen treten bei einer Überfunktion der Schilddrüse auf?

Hyperhydrose

Eine Schilddrüsenüberfunktion geht häufig mit einer Hyperhidrose, also einer ungewöhnlich hohen Schweißproduktion einher. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Schweißdrüsen durch die Schilddrüsenhormone angeregt werden. Docken dauerhaft zu viele Hormone an den Rezeptoren an, ist die Haut ständig feucht.4

Rötungen und Wärmegefühl

Durch den angekurbelten Metabolismus wird die Haut stärker durchblutet. Dies führt dazu, dass Rötungen im Gesicht oder am Körper auftreten und sich die Haut warm anfühlt.4 

Juckreiz

Auch die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Reizen steigt durch die Überfunktion der Schilddrüse. Dadurch kann es zu quälendem Juckreiz am gesamten Körper kommen.4

Weiche Nägel und Haarausfall

Nicht nur die Haut kann sich verändern, auch die Nägel und die Haare. Bei einer Überfunktion sind die Nägel häufig weicher und empfindlicher. Typisch sind außerdem Formveränderungen sowie ein teilweises Ablösen des Nagels vom Nagelbett, was als Plummer-Nägel bezeichnet wird.
Auch die Haare können feiner und weicher werden und teilweise kommt es zu diffusem Haarausfall. Das bedeutet, dass die Haare insgesamt lichter wirken, ohne dass klar abgegrenzte kahle Stellen entstehen.4

Wie pflege ich meine Haut bei einer Überfunktion der Schilddrüse?

Kennzeichnend sind Rötungen und Juckreiz auf der Haut, die durch eine Überfunktion der Schilddrüse verursacht werden. Daher sollten Produkte gewählt werden, die den Juckreiz und die Rötungen mindern/reduzieren.

Unser Produkttipp

DERMASENCE RosaMin Intensiv beruhigendes Serum: Das leichte Serum mit Anti-Rötungskomplex ist optimal als extra Pflegeboost in jeder Gesichtspflege. Nach dem Auftragen ist die Haut sichtbar beruhigt, praller und ebenmäßiger. Durch die gefäßstärkende Wirkung sorgt das Serum nicht nur für einen kurzzeitigen Effekt, sondern für eine langfristige Stärkung der Haut sowie der Gefäße.

Und gegen den Juckreiz

DERMASENCE Polaneth Lotion: Juckreiz kann die Betroffenen stark quälen und sie reagieren mit Kratzen der betroffenen Hautareale. Und sind wir mal ehrlich, dem Ratschlag „nicht kratzen“ kann eigentlich keine*r folgen, wenn die Haut kribbelt und zwickt. Doch gerade kratzen kann die Hautbarriere weiter schädigen, die Nervenenden stimulieren und somit den Juckreiz intensiveren. Daher können Produkte mit Polidocanol, wie die DERMASENCE Polaneth Lotion, ein wahrer Retter für diese Missempfindungen sein; denn Polidocanol (Laureth-9) hat eine juckreizmindernde Wirkung. Durch Urea und hochwertige Öle wird die Haut gleichzeitig intensiv gepflegt.

Was kann ich neben der Hautpflege für meinen Körper tun?

Sowohl bei der Schilddrüsenüberfunktion aber auch -unterfunktion leidet nicht nur die Haut, sondern auch Haare und Nägel, an der Dysregulation der Hormone. Daher empfehlen wir unser DERMASENCE H3 Komplex Nahrungsergänzungsmittel. Dieses versorgt den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen, damit Haut, Haare und Horn gesund wachsen können.

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Quellen

  1. Patsinakidis N, Raap U. Von trockener Haut bis zum Myxödem: die Haut als Spiegel der Schilddrüsenfunktion. Die Dermatologie. 2026;77(1):3-8. doi:10.1007/s00105-025-05619-5
  2. Ehlert U. Das endokrine System. In: Ehlert U, von Känel R, eds. Psychoendokrinologie Und Psychoimmunologie. Springer Berlin Heidelberg; 2011:3-36. doi:10.1007/978-3-642-16964-9_1
  3. Safer JD. Thyroid hormone action on skin. Dermato-Endocrinology. 2011;3(3):211-215. doi:10.4161/derm.17027
  4. Cohen B, Cadesky A, Jaggi S. Dermatologic manifestations of thyroid disease: a literature review. Frontiers in Endocrinology. 2023;Volume 14-2023. doi:10.3389/fendo.2023.1167890
  5. Köhrle J, Schweizer U, Schomburg L. Schilddrüsenhormone – Zentrale Regulatoren von Entwicklung, Wachstum, Grundumsatz, Stoffwechsel und Zelldifferenzierung. In: Heinrich PC, Müller M, Graeve L, Koch HG, eds. Löffler/Petrides Biochemie Und Pathobiochemie. Springer Berlin Heidelberg; 2022:665-684. doi:10.1007/978-3-662-60266-9_41

Autorinnenteam

Anna Tersteeg, DERMASENCE Kosmetikwissenschaftlerin

Aktualisiert durch: Vivien Boehm, DERMASENCE Kosmetikwissenschaftlerin

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