Akne am Körper | Was steckt hinter Pickeln am Po, Rücken oder auf der Kopfhaut?

Akne ist eine Hauterkrankung, die oft mit Unreinheiten, Papeln und/oder Pusteln im Gesicht assoziiert wird. Doch Akne kann auch andere Bereiche des Körpers betreffen, von Rücken und Dekolleté bis hin zu Kopfhaut und Gesäß. Die Ursachen dafür sind vielfältig und häufig steckt ein komplexes Zusammenspiel aus genetischen und hormonellen Faktoren sowie dem Lebensstil dahinter. In diesem Blogartikel werden wir uns näher mit der Thematik „Akne am Körper“ befassen und dir Informationen zu den Ursachen, der Behandlung und Pflegetipps geben.

Akne am Körper entsteht meist durch eine übermäßige Talgproduktion und verstopfte Poren. Hormonelle Veränderungen, genetische Faktoren und ein gestörtes Hautmikrobiom können die Entstehung zusätzlich begünstigen. Auch Schweiß, Reibung und bestimmte Lebensgewohnheiten können das Hautbild verschlechtern.

Diese Körperstellen besitzen viele Talgdrüsen und sind daher anfälliger für verstopfte Poren. Zusätzlich können Schweiß und Reibung durch enge Kleidung oder Kopfbedeckungen die Haut reizen. Dadurch können Entzündungen und Unreinheiten begünstigt werden.

Eine regelmäßige Reinigung und eine auf unreine Haut abgestimmte Pflege können überschüssigen Talg und Verhornungen reduzieren. Pickel sollten nicht ausgedrückt werden, da sich Entzündungen dadurch verschlimmern können. Zudem können atmungsaktive Kleidung, regelmäßige Hygiene und eine ausgewogene Lebensweise die Haut unterstützen.

Wie entstehen Pickel an unterschiedlichen Körperstellen?

Die Entstehung von Akne am Körper folgt denselben Prinzipien wie denen im Gesicht. Die genauen Ursachen können variieren und eine individuelle Bewertung ist oft erforderlich, um die besten Behandlungsoptionen zu bestimmen. Meist liegt allerdings eine Kombination aus folgenden Auslösern vor:

Überproduktion von Talg (Sebum) und stärkere Verhornung

Die betroffenen Hautareale sind von Talgdrüsen durchzogen, die eine ölige Substanz, den sogenannten Talg, produzieren. Er schützt die Haut vor dem Austrocknen und trägt dazu bei, ihre natürliche Barrierefunktion aufrechtzuerhalten. Bei Menschen mit Akne ist die Talgproduktion jedoch häufig deutlich erhöht. Normalerweise wird der Talg entlang des Haarfollikels an die Hautoberfläche transportiert. Bei Akne ist zusätzlich der natürliche Abschilferungsprozess der Haut gestört. Dadurch werden abgestorbene Hautzellen nicht ausreichend abgestoßen und sammeln sich am Ausgang des Haarfollikels. Der Talg kann daraufhin nicht mehr ungehindert abfließen. Er staut sich in der Talgdrüse und verstopft die Poren. So baut sich in der Drüse zunehmend Druck auf.1

Dysbiose des Hautmikrobioms

Die Haut ist von Natur aus mit zahlreichen Mikroorganismen besiedelt, die bei gesunden Menschen in einem stabilen Gleichgewicht miteinander leben und so zum Schutz der Haut beitragen. Wird dieses Gleichgewicht gestört, spricht man von einer Dysbiose. Im Zusammenhang mit Akne steht dabei insbesondere das Cutibacterium acnes im Fokus — ein Bakterium, das unter anderem in den Haarfollikeln vorkommt. Häufig wird fälschlicherweise angenommen, dass es bei Akne vor allem zu einer übermäßigen Vermehrung von C. acnes kommt. Tatsächlich ist die Häufigkeit des Bakteriums auf gesunder und auf Aknehaut oft vergleichbar. Entscheidend ist vielmehr, welche Stämme überwiegen, denn bei Akne dominieren vor allem proinflammatorische, also stark entzündungsfördernde Stämme, wodurch das Gleichgewicht des Mikrobioms gestört wird. Begünstigt wird dies zusätzlich durch Veränderungen der Lipidzusammensetzung der Haut sowie durch einen erhöhten pH-Wert.2

Entzündungsreaktion

Die Entzündungsreaktion in den verstopften Haarfollikeln lässt sich vor allem auf die spezifischen C. acnes Stämme zurückführen. Diese sind zum einen in der Lage, Sebozyten zur Freisetzung proinflammatorischer Zytokine anzuregen. Zum anderen können sie über T-Zellen das Immunsystem aktivieren, wodurch wiederum Entzündungsmediatoren wie Zytokine freigesetzt werden. Das Ergebnis sind die sichtbaren Symptomen einer Akne, einschließlich Rötungen, Schwellungen und schließlich der Bildung von Pickeln.3

Gesunde Haut: Talg kann normal abfließen.

Durch die Hyperkeratose wird der Haarkanal verstopft und der Talg kann nicht mehr richtig abfließen. Ein Komedo entsteht.

Der Talgpropfen entzündet sich.

Die Bakterien vermehren sich und die Entzündung breitet sich aus.

Hormonelle Veränderungen

Hormonelle Veränderungen können Akne an verschiedenen Körperstellen auslösen. Dies geschieht vor allem durch die sogenannten Androgene, wie zum Beispiel Testosteron. Diese Hormone beeinflussen zahlreiche Prozesse in der Haut. Sie regulieren die Aktivität der Talgdrüsen, wirken auf das Haarwachstum und spielen eine wichtige Rolle bei der Keratinisierung, also der Bildung von Hornzellen. Den größten Anteil haben sie an der übermäßigen Talgproduktion, die zu einer Seborrhö auf der Haut führt. Diese hormonbedingte Seborrhö ist besonders typisch zu Beginn und während der Pubertät. Darüber hinaus sind sie an der Wundheilung, an der Stabilität der Hautbarriere, an der Feuchtigkeitsbalance und auch an Entzündungsreaktionen beteiligt. Damit spielen Androgene eine entscheidende Rolle bei der Pathogenese von Akne. Während der Pubertät, Menstruation, Schwangerschaft und bei hormonellen Ungleichgewichten können die Hormonspiegel im Körper steigen bzw. sich in ihrem Verhältnis zueinander verändern, wodurch die Entstehung von Akne begünstigt wird.4

Genetik

Die genetische Veranlagung für Akne kann sowohl die Funktion der Talgdrüsen als auch die Anfälligkeit für Entzündungen beeinflussen. Studien konnten diesbezüglich zeigen, dass Akne häufig mehrere Familienmitglieder betrifft. Auch die Empfindlichkeit der Sebozyten, beispielsweise gegenüber Androgenen, kann genetisch sehr individuell sein. Das bedeutet, dass die Talgdrüsen je nach Veranlagung unterschiedlich stark auf hormonelle Einflüsse reagieren, wodurch bei manchen Menschen die Entstehung einer Akne begünstigt werden kann.1

Schweiß und Reibung

Schweiß selbst enthält Salze und verschiedene chemische Verbindungen, die allein nicht unbedingt zu einer Akne führen. Stattdessen kann intensive Schweißbildung in Verbindung mit enganliegender Kleidung die Dysbiose des Hautmikrobioms verschlimmern und die Hautbarriere schwächen. Dies erleichtert wiederum das Eindringen von Bakterien. Darüber hinaus werden Hautirritation durch Schweiß und Reibung verstärkt, die zur Entzündung und zur Bildung von Pickeln beitragen.5 Enge, nicht atmungsaktive Hosen sorgen demnach häufig für Pickel am Po und Cappys können Pickel auf der Kopfhaut verschlimmern. 

Lifestyle

Verschiedene Lifestyle-Faktoren können Akne beeinflussen, weil sie die Haut reizen, Poren verstopfen oder Entzündungen fördern. Dazu zählen Sonneneinstrahlung und Umweltbelastungen wie Feinstaub oder Pollen, die die Hautbarriere schwächen können. Auch eine unausgewogene Ernährung, Stress und Schlafmangel können das Hautbild verschlechtern. Insbesondere Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index oder Milchprodukte können den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen und dadurch Entzündungsreaktionen im Körper auslösen, die sich wiederum negativ auf die Haut auswirken können. Zudem begünstigen ungeeignete Kosmetikprodukte sowie bestimmte Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente Akne-Breakouts.1

Akne ist nicht gleich Akne – welche Arten von Akne gibt es?

Akne kann in verschiedenen Formen auftreten – auch am Körper. Je nach Ausprägung unterscheidet sie sich deutlich in ihrem Erscheinungsbild, ihren Ursachen und ihrem Schweregrad.

Die häufigste Form: Akne vulgaris

Die Akne vulgaris ist die klassische, „gewöhnliche“ Akne. Sie tritt vor allem im Gesicht, aber auch auf Brust und Rücken auf und wird in drei Schweregrade eingeteilt:6

Akne comedonica

Hier treten vor allem nicht-entzündliche Komedonen (Mitesser) auf. Sie entstehen durch einen Talgstau in den Poren. Man unterscheidet geschlossene weiße Komedonen und offene schwarze Komedonen.

Akne papulopustulosa

Entzünden sich die Komedonen, entwickeln sich daraus Papeln und Pusteln – also die typischen entzündlichen Pickel.

Akne conglobata

Eine besonders schwere Verlaufsform mit ausgeprägten entzündlichen Hautveränderungen bis hin zu Knoten unter der Haut.

Sonderformen der Akne

Akne fulminans

Diese seltene, sehr schwere Form, ist eine erweiterte Form der Akne conglobata und geht zusätzlich mit Zysten und allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber oder Gelenkschmerzen einher.

Akne inversa / Hidradenitis suppurativa

Diese Erkrankung wurde historisch aufgrund ähnlicher Grundmechanismen (Follikelverschluss) den Akneformen zugeordnet, unterscheidet sich aber in Pathogenese und Behandlung deutlich und wird heute weitestgehend als eigene Krankheit betrachtet. Sie tritt vor allem in den Achseln und im Genitalbereich mit Abszessen und Tunneln unter der Haut auf.

Akne tarda

Diese Form tritt häufig bei Frauen ab etwa 25 Jahren auf. Typisch sind entzündliche Veränderungen an Kinn und unterer Wangenpartie. Oft spielen hormonelle Schwankungen eine Rolle.

Bodybuilder- oder Doping-Akne

Diese kann durch den missbräuchlichen Einsatz von Anabolika entstehen. Häufig ist hier der Rücken und/oder das Gesicht betroffen.

Öl-, Teer-, oder Chlorakne

Diese akneähnlichen Hautveränderungen sind häufig berufsbedingt und entstehen durch den Kontakt mit bestimmten Stoffen wie Öl, Teer oder Chlor.

Wie kann eine Akne am Körper behandelt werden?

Besonders wichtig ist es, das eigenständige Herumdrücken an Unreinheiten dringend zu vermeiden. In den meisten Fällen führt dies zu einer Verschlimmerung der Akne.

Reinigung

Für die Reinigung der mit Unreinheiten und Pickelchen betroffenen Körperstellen, wie Rücken, Po oder Beine eignet sich der DERMASENCE Mousse Reinigungsschaum. Dieser befreit deine Haut dank der enthaltenden Glycolsäure und eines Salicylsäure-Derivatsvon überschüssigem Talg und Verhornungen.

Um den pH-Wert der Haut nach der Reinigung wieder in den gesunden, leicht sauren Bereich einzustellen, kannst du das DERMASENCE Tonic Erfrischendes Gesichtswasser auftragen. Das Tonic enthält zudem Hamamelis und Bisabolol sowie Panthenol und Allantoin, die die Haut pflegen und beruhigen.

Für die tägliche Reinigung der fettigen und zu Schuppen neigenden Kopfhaut eignet sich das DERMASENCE Seborra Shampoo. Wirkstoffe wie Allantoin und Panthenol spenden der Kopfhaut Feuchtigkeit, beruhigen sie und halten sie geschmeidig. Zudem wird der Schuppenbildung effektiv durch Octopirox®  entgegengewirkt.

Pflege

Zur täglichen Pflege der betroffenen Körperareale eignet sich ideal die DERMASENCE Seborra Hautklärende Körperlotion. Die aktivierende Pflege enthält 10 % Glycolsäure sowie 3 % Urea und spendet somit gleichzeitig Feuchtigkeit und wirkt Hautunreinheiten entgegen. Nach regelmäßiger Anwendung wirkt die Haut sichtbar glatter und ebenmäßiger.

Tipp: Zur Pflege der Kopfhaut oder auf einzelne entzündete Bereiche kann das DERMASENCE Seborra Hautklärende Serum aufgetragen werden. Die Power-Kombination aus Glycol- und Salicylsäure sowie Niacinamid löst Verhornungen und wirkt Unreinheiten effektiv entgegen. Ein Komplex aus Färberwaid und weiteren Pflanzenextrakten wirkt zusätzlich beruhigend. Durch die fettfreie Formulierung zieht es sofort ein und lässt die Haare nicht ölig erscheinen.

Spezialpflege

Bei besonders entzündlichen Hautrötungen eignet sich zur Beruhigung der DERMASENCE Seborra Zink-Repairschaum. Ein innovativer Wirkstoff-Komplex aus Zinkoxid, Panthenol und Glycerin sorgt für die Förderung der Wundheilung, Regeneration und den Erhalt einer gesunde Mikroflora.

Allgemeine Tipps von uns für dich

  • Keine Pickel an den betroffenen Körperstellen ausdrücken!
  • Bettwäsche sowie Handtücher regelmäßig wechseln, um die Ansammlung von Talg, Schweiß und Keimen zu verringern.
  • Lockere und atmungsaktive Kleidung (idealerweise aus Baumwolle) tragen, um Schweiß und Reibung auf der Haut zu vermeiden.
  • Eine ausgewogene sowie gesunde Ernährung kann sich auf deiner Haut positiv widerspiegeln.
  • Den Besuch eines*r Dermatolog*in in Erwägung ziehen, um ggf. eine Therapiemaßnahme zu besprechen.
     

Häufige Fragen zum Thema Körperakne

Eine regelmäßige, aber milde Reinigung kann sinnvoll sein. Zu häufiges oder zu aggressives Waschen kann die Haut jedoch reizen und ihre Barriere schwächen. Wichtig ist deshalb eine Reinigung, die überschüssigen Talg und Verhornungen entfernt, ohne die Haut unnötig auszutrocknen.

Viele Betroffene haben zunächst den Eindruck, dass die Sonne Unreinheiten verbessert. Das liegt unter anderem daran, dass die Haut durch Sonneneinstrahlung kurzfristig austrocknen kann und Rötungen oder Entzündungen dadurch weniger sichtbar erscheinen. Dieser Effekt ist jedoch nur vorübergehend. Tatsächlich kann UV-Strahlung die Hautbarriere belasten und langfristig Entzündungen sowie Verhornungen fördern. Deshalb ist auch bei Körperakne ein passender Sonnenschutz wichtig. Hier empfehlen wir die DERMASENCE SolvineaMed Sonnenschutz-Gelcreme LSF 50+. Durch die leichte, ölfreie Textur eignet sie sich für all diejenigen, die zu einer Mallorca-Akne oder zu Unreinheiten nach der Verwendung einer Sonnencreme neigen.

Das braucht meist etwas Geduld. Sichtbare Verbesserungen zeigen sich in der Regel nicht sofort, sondern oft erst nach mehreren Wochen konsequenter Pflege, da die Verhornungen meist über einen langen Zeitraum entstanden sind. Wichtig ist, Produkte regelmäßig anzuwenden und der Haut ausreichend Zeit zu geben.

Ja, insbesondere bei stärker entzündlichen Verläufen. Das Risiko steigt, wenn Pickel ausgedrückt oder zu spät behandelt werden. Eine frühzeitige und passende Pflege bzw. Therapie kann helfen, Narben vorzubeugen.

Am besten eignet sich lockere, atmungsaktive Kleidung, zum Beispiel aus Baumwolle. Sie hilft dabei, Reibung zu reduzieren und Schweiß besser aufzunehmen. Sehr enge oder synthetische Kleidung kann Hautirritationen und damit auch Unreinheiten verstärken.

Unsere Produktempfehlungen für Haut, die zur Akne am Körper neigt

Quellen

  1. Piquero-Casals J, Morgado-Carrasco D, Rozas-Muñoz E, et al. Sun exposure, a relevant exposome factor in acne patients and how photoprotection can improve outcomes. Journal of Cosmetic Dermatology. 2023;22(6):1919-1928. doi:https://doi.org/10.1111/jocd.15726
  2. Mias C, Mengeaud V, Bessou-Touya S, Duplan H. Recent advances in understanding inflammatory acne: Deciphering the relationship between Cutibacterium acnes and Th17 inflammatory pathway. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. 2023;37(S2):3-11. doi:https://doi.org/10.1111/jdv.18794
  3. Nied´zwiedzka A, Micallef MP, Podrini C. Die Rolle des Hautmikrobioms bei Akne: Herausforderungen und zukünftige therapeutische Möglichkeiten. Kompass Dermatologie. 2025;13(4):188-199. doi:10.1159/000548752
  4. Ceruti JM, Leirós GJ, Balañá ME. Androgens and androgen receptor action in skin and hair follicles. Molecular and Cellular Endocrinology. 2018;465:122-133. doi:https://doi.org/10.1016/j.mce.2017.09.009
  5. Teo WL. The “Maskne” microbiome – pathophysiology and therapeutics. International Journal of Dermatology. 2021;60(7):799-809. doi:https://doi.org/10.1111/ijd.15425
  6. Kahl-Scholz M. łdotswarum habe ich gerade auf dem Rücken so viele Entzündungen? In: Du Studierst Doch Medizin, Sag Mal ...: Alltagsbeschwerden Einfach Erklärt - Dermatologie. Springer Berlin Heidelberg; 2020:31-37. doi:10.1007/978-3-662-60322-2_5

Autorinnenteam

Anna Tersteeg, DERMASENCE Kosmetikwissenschaftlerin

Aktualisiert durch: Vivien Boehm, DERMASENCE Kosmetikwissenschaftlerin

Erfahre hier mehr über unser Autorinnenteam!

Zuletzt aktualisiert: