Aufgedeckt! | 5 Mythen zum Thema Hautkrebs

Um die Entstehung von Hautkrebs kursieren viele Mythen, Irrtümer und Falschwahrheiten. Werden diese mit einer guten Rhetorik untermauert, scheinen die Märchen nahezu wahr zu sein. Die falsche Meinungsbildung beim Thema Hautkrebs birgt indes die reelle Gefahr der Krebserkrankung.

Mit diesem Blogartikel holt DERMASENCE dich bei Unsicherheiten und Irrtümer rund um das Thema Hautkrebsmythen ab. Wir zeigen dir, worauf du Acht geben solltest.

 

Hautkrebs umfasst die Tumore der Haut. Zu diesen zählen das maligne Melanom der Haut („schwarzer Hautkrebs“) sowie die epithelialen Hautkrebsformen („weißer Hautkrebs“). Weißer Hautkrebs ist wesentlich ungefährlicher als der schwarze Hautkrebs. Die beiden Hautkrebsformen unterscheiden sich zudem in ihrer spezifischen Hautbeschaffenheit und Farbe.

Hautkrebs entsteht in Folge von Genmutationen. Dabei verändert sich dauerhaft das genetische Material der Zellen. Das kann spontan passieren oder aber durch äußere Faktoren katalysiert werden. Einen sehr wichtigen Faktor bei der Hautkrebsentstehung spielt die UV-Strahlung.

Was kennzeichnet Hautkrebs?

Hautkrebs umfasst die Tumore der Haut. Zu diesen zählen das maligne Melanom der Haut („schwarzer Hautkrebs“) sowie die epithelialen Hautkrebsformen („weißer Hautkrebs“). Hautkrebs steht mit mehr als 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr an der Spitze der gemeldeten Krebserkrankungen in Deutschland. Insbesondere das maligne Melanom hat in den letzten drei Jahrzehnten seine Häufigkeit etwa vervierfacht.

Eine zentrale Ursache bei der Entstehung von Hautkrebs sind Mutationen von Genen. Dabei verändert sich dauerhaft das genetische Material der Zellen. Mutationen können spontan entstehen oder durch äußere, anhäufende Faktoren wie UV-Strahlung oder Drogenkonsum (Tabak, Alkohol) befeuert werden. Praktisch alle Zelltypen des menschlichen Organismus können spontan in Krebszellen entarten.

Hautkrebserkrankungen lassen sich in 2 Hauptgruppen unterteilen:

 

Weißer Hautkrebs

  • bezeichnet den epithelialen Hautkrebs
  • umfasst die Basaliome (Basalzellkarzinome) (ca. 80 %) und die Spinaliome (Plattenepithelkarzinome) (ca. 20 %)
  • die aktinischen Keratosen stellen Krebs-Vorstufen dar
  • entwickelt sich aus den Zellen der Epidermis (Keratinozyten) und der Hautanhangsgebilden (z. B. Drüsen)
  • tritt sehr viel häufiger als der schwarze Hautkrebs auf
  • Risikogruppen: Menschen mit familiärer Vorgeschichte, unter immunsuppressiver Therapie, mit (Auto-)Immunerkrankungen, mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder jene, die chronisch vorgeschädigt sind durch UV-Strahlung (z. B. auf Beschäftigte in Outdoor-Berufen, wie Landwirt*innen oder Förster*innen)
  • Hautstellen sind gelblich, bräunlich und rötlich gefärbt - teilweise schuppig, blutig und schorfig

 

Schwarzer Hautkrebs

  • bösartigere Tumore (Melanome), die aus den pigmentbildenden, hautfärbenden Zellen der Haut (Melanozyten) entstehen
  • manifestiert sich überwiegend an der Haut, seltener sind das Auge, die Meningen (Bindegewebsschichten des zentralen Nervensystems) und Schleimhäute betroffen
  • die UV-Strahlung ist das wichtigste bekannte Karzinogen bei der Melanomentstehung – aber auch die Qualität und Quantität von Muttermalen
  • Gefährlichkeit des Melanoms liegt in der frühzeitigen Neigung zur Metastasierung (Fernsiedelung von Krebszellen)
  • für etwa 90 % der Sterblichkeit von Hautkrebs verantwortlich
  • Symptome sind flache, knotige Flecken mit dunkler Färbung (braun, schwarz, bläulich)

Merke:

Weißer Hautkrebs tritt häufiger auf, ist aber wesentlich ungefährlicher als der schwarze Hautkrebs. UV-Strahlung ist bei beiden Hautkrebsarten ein wichtiger Entstehungsfaktor. Die Symptome von weißem und schwarzem Hautkrebs unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Farbe und Hautbeschaffenheit.

Mythos 1: Hautkrebs durch Sonne und Sonnenbrand – Stimmt zu 100 %!

… Und wenn man es andersherum sieht: Im Schatten bin ich vor der Entstehung von Hautkrebs geschützt (stimmt nicht!)

UV-Strahlung ist die eindeutig nachgewiesene Hauptursache für Hautkrebserkrankungen. Es erkranken insbesondere Menschen vom Hauttyp I und II an Hautkrebs. Man spricht von der Photokarzinogenese. Sie entstehen somit meist auf Hautstellen, die häufiger UV-Bestrahlung ausgesetzt sind (Gesicht, Kopfhaut, Handrücken). Dies untermauert den Fakt, dass beruflich stark UV-exponierte Menschen häufiger Krebsvorstufen und Hautkrebs entwickeln als die übrige Bevölkerung. UV-Strahlung ruft genetische Mutationen und DNA-Schäden hervor.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte UV-Licht als Gruppe-1-Karzinogen ein. Vor diesem Hintergrund ist die kürzlich veröffentlichte Pressemitteilung des statistischen Bundesamtes (Destatis) (Nr. N 018 vom 6. April 2022) nicht verwunderlich:

„Die Zahl der Hautkrebsbehandlungen in Deutschland hat in den vergangenen 20 Jahren fast stetig zugenommen. Im Jahr 2020 wurden 81 % mehr Menschen mit Hautkrebs im Krankenhaus stationär behandelt als im Jahr 2000. […]. An Hautkrebs starben im Jahr 2020 etwa 4 000 Menschen. Das waren 53 % mehr als im Jahr 2000 mit 2 600 solcher Todesfälle.“ (DESTATIS 2022)

 

Weiße Hautkrebsformen sind häufig bei Outdoor-Berufen wie Bauarbeiter*innen oder Landwirt*innen verbreitet. Dass das alternative Arbeiten im vermeidlichen Schatten wenig Besserung verhofft, zeigt die Studie von Tizek et al. (2020). 17 % der untersuchten Förster, die vorwiegend im Schatten arbeiteten, entwickelten weißen Hautkrebs. Die Wissenschaftler machten den lückenhaften Schatten im Wald für die Entstehung der Krebsvorstufen verantwortlich.

 

Mythos 2: Hautkrebs durch Solarium – Stimmt ebenfalls zu 100 %!

Die UV-Strahlungsgeräte der Solarien ahmen intensives Sonnenlicht künstlich nach: UV-A-Strahlung wird in höchster Menge abgegeben. UV-B-Strahlung wird in geringerer Dosis emittiert. Spätestens hier sollte der Verstand erwachen: Wenn das natürliche Sonnenlicht bereits als Hauptrisikofaktor von Hautkrebs wissenschaftlich belegt ist (siehe Mythos 1), warum sollte es das künstlich hergestellte Duplikat nicht?

Richtig: Solariennutzungen stellen ebenfalls einen wesentlichen Risikofaktor bei der Hautkrebsentstehung dar. Das gilt sowohl für den weißen Hautkrebs (Basaliome und Spinaliome) als auch für den schwarzen Hautkrebs (Melanome). Die International Agency for Research on Cancer (IARC) beschrieb bereits im Jahre 2006, dass die regelmäßige Solariumnutzung vor dem 35. Lebensjahr das Melanomrisiko um 75% erhöht. Etliche weitere Studien unterstützen dies.

Umso verwunderlicher jener Fakt über die deutsche Bevölkerung: Trotz jahrelanger Evidenz bestehen bis heute deutliche Informationsdefizite über die Gesundheitsrisiken von Solarien.

 

Mythos 3: Hautkrebs durch Muttermale – Das Hautkrebs-Screening schreit Ja!

Wer kennt das Gefühl und den unsicheren Gedanken nicht: ein ungewöhnlich aussehendes Muttermal, das womöglich noch leicht erhaben ist, ruft schnell den Gedanken in den Kopf, es könnte sich um eine Hautkrebsstufe handeln. Ist diese Sorge berechtigt? Leider ja, denn in diesem Gedanken liegt u. a. der Präventionsgedanke des gesetzlich etablierten Hautkrebsscreening.

Mehr als die Hälfte aller Hautkrebsarten entstehen auf einer vorerst unauffälligen, nicht veränderten Haut. Sie können aber auch von bereits bestehenden Pigmentmalen (erworbene und kongenitale oder dysplastische Nävi) ausgehen. Tatsächlich ist der wichtigste Risikofaktor für den schwarzen Hautkrebs das Vorkommen von melanozytären Nävi (Muttermale).  Das Hautkrebsrisiko steigt mit steigender Anzahl sowie klinischer Atypie der Male. Deren Auftreten wird mit vermehrten Sonnenbränden und Sonnenexpositionen in der Kindheit in Verbindung gebracht. In erster Linie sind die Male keine bösartigen Hautkrebsformen.

 

Hautkrebsscreening und die ABCDE-Regel

Die Thematik, die hinter der Assoziation Muttermal – Hautkrebs steckt, ist u. a. auch der Hautkrebs-Vorsorgegedanke mit dem gesetzlich etablierten Hautkrebsscreening. Dermatolog*innen untersuchen fachgemäß, ob es sich lediglich um ein untypisches Muttermal oder sogar einen schwarzen Hautkrebs handelt.

Du kannst bereits zu Hause einen wichtigen Beitrag zur Hautkrebsvorsorge leisten: Untersuche deine Male anhand der ABCDE-Regel. Hiermit kannst du Auffälligkeiten beurteilen.

Mythos 4: Hautkrebs durch Tattoo – Umstritten und nicht vollständig erforscht!

Der Beliebtheitsgrad und die Popularität von Tätowierungen sind heutzutage größer denn je. Hinsichtlich steigender Prävalenzzahlen (2 von 5 Menschen der 16– bis 35-Jährigen sind tätowiert) rückte der potenziell gesundheitsschädliche Aspekt von Tätowierungen vermehrt in den Fokus.

Viele verschiedene Faktoren beeinflussen die Gesundheitsgefahr:

  • Verwendung von Nanopartikeln und Migrationsfähigkeit in die Lymphknoten
  • Zusammensetzung, Konzentration und Herstellungsprozess der Tätowiertinte
  • Wechselwirkung mit UV-Strahlung
  • Oxidativer Stress und die reaktiven Sauerstoffspezies (ROS)

 

Aufgrund der Komplexität und der variablen Wechselwirkungen im Körper ergibt sich bis dato eine kontroverse Thematik. Viele potenziell gesundheitsgefährdende Faktoren müssen tiefer erforscht werden. Manche toxische Inhaltsstoffe der Tätowiertinte (vor allem Benzopyrene und polyzyklische Kohlenwasserstoffe) wurden bereits als sicher bzw. wahrscheinlich kanzerogen (krebsauslösend) eingestuft. Zudem ist belegt, dass sich die Struktur und der Metabolismus der Haut nach einer Tätowierung ändert. Eine allgemeingültige, empirische Assoziation zwischen Kanzerogenität und Tätowierungen wurde jedoch noch nicht erbracht. Sie ist Gegenstand der aktuellen Forschung. Die niedrige Prävalenz von Tumoren in tätowierten Hautstellen mag der Behauptung, Tattoos lösen Hautkrebs aus, entgegensprechen.

 

Tipp: Professionelle Tätowierer tätowieren Pigmentmale nicht über. Somit stellen sie sicher, dass die Male weiter beobachtet werden können. Auch die Tätowiertinte wird mit Bedacht gewählt. Sprich deine/n Tätowierer*in des Vertrauens auf die Hautkrebsdiskussion an und frage nach.

Mythos 5: Hautkrebs durch IPL – in Einzelfällen bei falscher Anwendung bestätigt!

Die IPL-Technologie („Intense pulsed Light“) wird unter anderem für die Haarentfernung (Photoepilation) eingesetzt. Entsprechende Geräte sind bereits zu erschwinglichen Preisen für die Heimanwendung erhältlich. Das IPL-System bedient sich einem breitbandigen sichtbaren Licht. Dieses wird von einer gefilterten, hochenergetischen Blitzlampe abgegeben. Der Lichtimpuls wandelt sich in der Haut in Wärme um, diese die Zielstruktur zerstört.

Die Besorgnis der heimischen IPL-Anwendung liegt in der fehlenden ärztlichen Diagnostik und Kontrolle. In der Regel sind sich die Anwender*innen nicht über die sichere Handhabung im Klaren. Auch fehlt in vielen Fällen eine dermatologische Abklärung, ob die IPL-Anwendung überhaupt angemessen ist. So prüfen Dermatolog*innen vorab, ob dem ästhetischen Problem Krankheiten zugrunde liegen. Auch Muttermale und Pigmentflecken werden geprüft. Zeigen diese bereits kritische Veränderungen (s. Mythos 3), ist eine IPL-Behandlung aus Sicht der Hautkrebsvorsorge keinesfalls zu empfehlen. Typische Nebenwirkungen sind Verbrennungen, Hyper- oder Hypopigmentierungen und Narben.

Eine große Übersichtsstudie von Ash et al. (2017) lässt etwas aufatmen. Sie befasste sich mit der Häufigkeit der gemeldeten Fälle von Hautkrebs nach einer Laser- oder IPL-Behandlung. Es wurden nur sehr wenige Fälle von Hautkrebs nach einer IPL-Behandlung gemeldet. Dennoch lässt sich die reelle Gefahr des Hautkrebs nicht von der Hand weisen.

Die DERMASENCE take-home-message für dich

Als Grenzzone zur Umwelt ist deine Haut zahlreichen Hautkrebs-Risikofaktoren ausgesetzt. Innere Prozesse und Triggerfaktoren der Krebsentstehung werden immer besser verstanden. Sie können prophylaktisch behandelt werden. Das Risiko der äußerlich getriggerten Karzinogenese kann hingegen nie vollständig reduziert werden. Im Gegenteil: Demographische Veränderungen werden wohl dazu beitragen, dass wir in näherer Zukunft mit einem deutlichen Anstieg von Hautkrebs zu rechnen haben. Daraus ergibt sich, dass die beste Hautkrebsvorsorge die Reduktion von äußeren Faktoren, allen voran UV-induzierter Schäden, darstellt.

Schutz vor der Sonne

Neben entsprechendem textilem Schutz durch lange Kleidung, stellt Sonnenschutzcreme das A und O bei der Hautkrebsvorsorge dar.

 

Die DERMASENCE Solvinea Med Sonnenschutz-Gelcreme LSF 50+ ist eine leichte, angenehme Gelcreme mit sehr hohem UV-A- und UV-B-Schutz. Sie eignet sich für das Gesicht und den Körper – besonders bei empfindlicher sowie fettiger und zu Unreinheiten neigender Haut. Panthenol und Bisabolol wirken hautberuhigend.

Das DERMASENCE Solvinea Spray LSF 50+ ist ein sehr leichtes Sonnenspray mit einem ebenfalls sehr hohen UV-Schutz, das für alle Hauttypen geeignet ist. Das Sonnenspray ist durch die praktische Sprühflasche sowie der extraleichten, gut verteilbaren Textur besonders familienfreundlich konzipiert. Glycerin spendet der Haut zusätzlich Feuchtigkeit.

 

Das DERMASENCE Solvinea Liquid AK LSF 50+ ist ein transparentes, flüssiges Sonnenschutz-Liquid mit hohem UV-Schutz für die sonnenexponierte Kopfhaut. Die nicht fettende, anwenderfreundliche Textur ermöglicht eine tägliche Prävention vor UV-bedingten Hautschäden, wie Vorstufen des weißen Hautkrebs. Panthenol wirkt hautberuhigend und Glycerin spendet zusätzlich Feuchtigkeit.

 

Hast du schon einmal davon gehört, sich Sonnenschutz „anzufuttern“? Carotinoide und Antioxidantien aus Obst und Gemüse sollen sich positiv auf den körpereigenen Sonnenschutz auswirken… oder auch nicht? Erfahre in unserem Blogartikel „Sonnenschutz anfuttern – Geht das?“ mehr zu einem weiteren, sagenumwobenen Mythos!

Quellen

 

Autorinnenteam

Marleen Pundt, Kosmetikwissenschaftlerin

und

Anna Tersteeg, Kosmetikwissenschaftlerin

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