Wie bestimmt man den eigenen Hauttyp? | Trocken, Mischhaut, fettig oder doch „normal“?

Trocken, Mischhaut, fettig oder doch „normal“? Jede*r von uns würde sein Hautbedürfnis unterschiedlich beschreiben, obwohl der Aufbau der Haut bei jedem Menschen identisch ist. Aber wie kommt es dazu, dass die Hautbilder so unterschiedlich erscheinen? Genetische Disposition, Lifestyle und auch Hautpflege haben einen Einfluss auf unser äußeres Erscheinungsbild. Wie der eigene Hauttyp bestimmt werden kann und wie die unterschiedlichen Hautbedürfnisse durch medizinische Hautpflege unterstützt werden können, erklären wir dir in diesem Blogartikel.

 

Trotz des gleichen anatomischen Aufbaus der Haut, sind die Hauttypen so individuell wie der Mensch selbst. Gesprochen wird dennoch von vier Grundhauttypen: Normal, trocken, fettig sowie Mischhaut. Die unterschiedlichen Hautzustände werden durch unser Erbgut und unseren Lifestyle bestimmt. Die in der Haut vorhandenen Talgdrüsen spielen außerdem eine zentrale Rolle. Sind sie hyperaktiv, so haben wir eher ein öliges und zu Unreinheiten neigendes Hautbild (Seborrhoe). Wenn ihre Aktivität eher eingeschränkt ist, empfinden wir Spannungen und schuppende Stellen als trockene Haut (Sebostase). Die Übergänge können fließend sein und durch viele weitere Hautfunktionen bestimmt werden.

Die Hautpflege sollte in erster Linie den Bedürfnissen der Haut entsprechen. Eine trockene Haut sollte mit wertvollen Lipiden wie Avocado Öl oder Sheabutter gepflegt und die verloren gegangene Feuchtigkeit durch Glycerin und Hyaluronsäure substituiert werden. Eine eher fettige Haut sollte mit talgregulierenden Wirkstoffen versorgt werden, ohne diese auszutrocknen. „Normale“ Haut benötigt auf das Hautbild abgestimmte Pflege, um ihre Funktion aufrecht zu erhalten. Hier eignen sich leichte Gelcremes. Eine Mischhaut profitiert von Pflegeprodukten, die beides können. Sie sollten der Haut Feuchtigkeit spenden und überdies gleichzeitig eine talgreduzierende Wirkung erzielen.  

Das Verhalten der Haut gegenüber Sonneneinstrahlung wird durch die Fitzpatrick-Kategorisierung beschrieben. Es wird zwischen sechs unterschiedlichen Hautfarbtypen, je nachdem wie hell oder dunkel die Haut pigmentiert ist, unterschieden. Daraus lässt sich die Eigenschutzzeit und die maximale Dauer erkennen, die man in der Sonne verbringen „darf“ bzw. sollte. Durch Sonnenschutzprodukte lässt sich die Maximalzeit verlängern.

Wie lässt sich der Hauttyp kategorisieren?

Hauttypen können in zweierlei Hinsicht kategorisiert werden:

1. Auf der einen Seite bestimmen wir durch die vier Grundtypen, welchen Bedürfnissen der Haut durch die passende Hautpflege gerecht werden sollte.

2. Auf der anderen Seite wird auch die Pigmentierung der Haut durch verschiedene Faktoren bestimmt. Die Hauttypen nach Fitzpatrick beschreiben die Pigmentierung und das Verhalten der Haut gegenüber Sonneneinstrahlung.

Die vier Grundtypen

Die Auswahl an Hautpflegeprodukten ist groß und manchmal auch sehr verwirrend. Daher ist es besonders wichtig, seinen Hauttyp zu kennen, um somit die passenden Pflegeprodukte für sich zu finden. Also wollen wir dir im Folgenden die vier Hauttypen vorstellen, um die Haut besser verstehen zu können. Klar voneinander abgrenzen lassen sich die Hauttypen allerdings nicht. Neben den klassischen Hautbildern können Hautveränderungen wie Akne, Rosacea oder Neurodermitis besonders herausfordernd sein. Falls du unter starken Hautveränderungen leidest, empfehlen wir dir den Weg zum dermatologischen Fachpersonal. Auch eine professionell durchgeführte Analyse in der Apotheke kann dir dabei helfen, deinen Hauttyp einschätzen und optimal pflegen zu können. 

Tipp: Um herauszufinden welche individuellen Bedürfnisse deine Haut hat, kannst du die DERMASENCE Hautanalyse durchführen. Durch die Beantwortung unterschiedlicher Fragen, werden Hautpflegeprodukte, entsprechend deinem Hauttyp abgestimmt sowie vorgeschlagen.
 

„Normale“ Haut

  • Ausgeglichener Lipid- und Feuchtigkeitshaushalt
  • Die Haut ist nicht zu trocken und nicht zu fettig
  • Sie reagiert eher unempfindlich auf Reinigungs- und Pflegeprodukte
    sowie Umwelteinflüsse

 

Trockene Haut

  • Spannungsgefühle und Schuppungen kennzeichnen das trockene Hautbild
  • Neigt zu Irritationen und ist empfindlicher gegenüber Reinigungs- und Pflegeprodukte sowie Umwelteinflüssen 
  • Kann auch mit Juckreiz einhergehen

 

Fettige Haut

  • Aufgrund einer erhöhten Talgdrüsenaktivität kommt es zu einem
    glänzenden, grobporigen Hautbild
  • Häufig sind Mitesser und Pickel zu erkennen
  • Vorsicht: Setzt man hier auf eine stark austrocknende Pflegeroutine,
    kann die Talgdrüsenaktivität noch mehr gesteigert werden!

 

Mischhaut

  • Kombination aus einer fettigen T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) und einer eher trockenen Wangenpartie
  • Mitesser und geweitete Poren in der T-Zone möglich
  • Herausforderung in der Hautpflege, denn es muss sowohl die Trockenheit gepflegt als auch die erhöhte Talgdrüsenaktivität reduziert werden

 

Wie pflege ich meinen Hauttyp?

Für eine bessere Orientierung der passendenden Pflegeprodukte hat DERMASENCE einen Farbcode entwickelt, der auf den Verpackungen anzeigt, für welchen Hauttyp das Produkt empfohlen ist.  Bei manchen Produkten ist durch die Farbpunkte eine klare Zugehörigkeit zu einer Indikation sichtbar – andere Produkte, wie z. B. das DERMASENCE Tonic sind wahre Allrounder und für alle Hauttypen geeignet. Wie im Folgenden ersichtlich, hat DERMASENCE neben den vier Grundtypen eine extra Kategorie für „Anti-Aging“ Pflegeprodukte erschaffen. Produkte für eine Mischhaut werden durch die Kombination aus dem blauen und grünen Punkt ersichtlich.

 

Der blaue Farbpunkt zeichnet die Produkte für das „normale“ Hautbild aus. Auch wenn die Haut eher unproblematisch ist, ist dennoch eine gewissenhafte Pflege zu empfehlen. So bleibt die Hautgesundheit erhalten – sie bleibt in Balance. Nach einer hauttypgerechten Reinigung bestehend aus Reinigung + Tonisierung folgt eine passende Gesichtspflege. Wir empfehlen die DERMASENCE Seborra Leichte Tagespflege mit LSF 30 als Gesichtspflege. Damit erhältst du eine leichte Gelcreme und zusätzlich einen hohen UV-A- und UV-B-Schutz. Die Wirkstoffe Glycerin, Bisabolol, Panthenol und Vitamin E versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und schützen zeitgleich vor UV-bedingten Hautschäden. Durch die leichte Formulierung zieht sie schnell ein und hinterlässt keinen fettenden Film.

Trotz einer „normalen“ Haut kann es dennoch zu Veränderungen, wie zum Beispiel einer Rosacea kommen. Diese kennzeichnet sich vor allem durch gerötete Wangen sowie geweitete Äderchen. Mehr Information zu der Indikation Rosacea erhältst du in dem Blogartikel: Die richtige Pflege bei Rosacea – was hilft wirklich? 

 

 

Fettende und zu Akne neigende Hauttypen finden sich bei den Produkten mit dem grünen Punkt wieder. Der Fokus liegt hier auf der Talgregulierung, ohne dabei die Haut auszutrocknen. Da es sich bei der Akne vor allem um eine entzündliche Hautkrankheit handelt und erst harmlose Unreinheiten sich oft zu entzündlichen Hautblüten entwickeln, sollten zusätzlich anti-inflammatorische Wirkstoffe verwendet werden. Die DERMASENCE Seborra Beruhigende Gelcreme ist eine talgregulierende und hautbilderneuernde Gelcreme mit mattierendem Effekt. Grundlage des Produktes sind die Wirkstoffe Färberwaidextrakt mit einer entzündungslindernden und Zinc PCA mit einer talgregulierenden Wirkung.

Wie die passende Pflege bei Unreinheiten oder Akne aussehen sollte, kannst du hier nachlesen: Die vielen Gesichter der Akne – Wie bekomme ich Unreinheiten in den Griff?

 

Produkte für die trockene, sensible oder allergische Haut werden durch den roten Punkt erkennbar. Der Haut fehlt es an hauteigenen Lipiden und Feuchtigkeit. Trockene Haut geht auch immer mit einer Barriereschädigung einher, was dazu führt, dass die Haut die gespeicherte Feuchtigkeit nicht mehr halten kann und somit der Transepidermale Wasserverlust (TEWL) gesteigert wird. Ziel der Hautpflege sollte es sein, den Mangel an Lipiden und Feuchtigkeit auszugleichen. Die DERMASENCE Adtop Extra Reichhaltige Gesichtspflege kombiniert wertvolle rückfettenden Inhaltsstoffe wie Nachtkerzensamenöl und Sheabutter mit Feuchtigkeitsspendern wie Glycerin und Hyaluronsäure. Vitamin E schützt die Haut als Radikalfänger vor belastenden Umwelteinflüssen. 

Psoriasis stellt eine Extremform der trockenen Haut dar. Mehr dazu in dem Blogartikel: Schuppenflechte (Psoriasis) – Entstehung und Behandlung

Pflegeprodukte für die reife Haut sind mit dem gelben Punkt gekennzeichnet. Die Bedürfnisse einer reifen Haut können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Grundsätzlich sollte durch Anti-Aging-Pflege der Regenerationsprozess der Haut angeregt werden, um somit die normalen Hautfunktionen aufrecht zu erhalten. Da die Hautzellen durch Umwelteinflüsse geschädigt werden können, sollten diese besonders geschützt werden. All diese Attribute vereint das DERMASENCE Chrono retare Anti-Aging-Serum. Mit Ectoin und Polyphenolen aus dem Olivenblatt wird der vorzeitigen Hautalterung entgegenwirkt. Da UV-Schutz die beste Anti-Aging-Strategie ist, verfügen all unsere Produkte mit UV-Schutz auch über den gelben Punkt. 

Wer sich die Frage stellt, wann der richtige Zeitpunkt für Anti-Aging-Pflege ist, findet hier eine Antwort: Ab wann sollte man mit Anti-Aging beginnen? 

Hauttypen nach Fitzpatrick

Hinweis: Natürlich ist die Kategorisierung nach Fitzpatrick eine recht eindimensionale und allgemeine Einordnung. Neben der Hautpigmentierung wird die Hautbeschaffenheit durch viele weitere Eigenschaften definiert. Auch wird durch die klassische Einteilung des Verhaltens gegenüber Hyper- oder Hypopigmentierung nicht berücksichtigt. Dennoch hilft die Einteilung, die Haut und das Pigmentierungsverhalten einschätzen und somit seinen „Sonnenkonsum“ anpassen zu können.

 

Hauttyp 1

Sehr helle, extrem empfindliche Haut

Haarfarbe: rot, hellblond

Augenfarbe: hell (grau, grün)

Weitere Merkmale: sehr häufig Sommersprossen

Sonnenbrand: immer stark, schmerzhaft

Bräunung in der Sonne: keine Bräunung

Eigenschutz der Haut: circa 5 Minuten

Verlängerung des Eigenschutzes mit LSF 30*:
circa 5 Min x 30 = max. 2,5 Stunden

Hauttyp 2

Helle, empfindliche Haut

Haarfarbe: blond bis braun

Augenfarbe: blau, grau, grün oder braun

Weitere Merkmale: häufig Sommersprossen

Sonnenbrand: häufig stark, schmerzhaft

Bräunung in der Sonne: kaum

Eigenschutz der Haut: circa 10 Minuten

Verlängerung des Eigenschutzes mit LSF 30*:
10 Min x 30 = max. 5 Stunden

Hauttyp 3

Helle bis hellbraune Haut

Haarfarbe: dunkelblond bis braun

Augenfarbe: grau, braun

Weitere Merkmale: selten Sommersprossen

Sonnenbrand: selten, mäßig

Bräunung in der Sonne: mäßig

Eigenschutz der Haut: circa 20 Minuten

Verlängerung des Eigenschutzes mit LSF 30*:
20 Min x 30 = max. 10 Stunden


Hauttyp 4

Hellbraune, olivfarbene Haut

Haarfarbe: dunkelbraun

Augenfarbe: braun, dunkelbraun

Sonnenbrand: kaum

Bräunung in der Sonne: schnell und tief

Eigenschutz der Haut: circa 40 Minuten

Verlängerung des Eigenschutzes mit LSF 30*:
40 Min x 30 = max. 20 Stunden

Hauttyp 5

Dunkelbraune bis schwarze Haut

Haarfarbe: dunkelbraun bis schwarz

Augenfarbe: dunkelbraun

Sonnenbrand: so gut wie nie

Bräunung in der Sonne: rasch, intensiv

Eigenschutz der Haut: circa 60 Minuten

Verlängerung des Eigenschutzes mit LSF 30*:
60 Min x 30 = max. 30 Stunden

Hauttyp 6

Schwarze Haut

Haarfarbe: schwarz

Augenfarbe: dunkelbraune

Sonnenbrand: extrem selten

Bräunung in der Sonne: Erhalt der Hautfarbe

Eigenschutz der Haut: >60 Minuten

Verlängerung des Eigenschutzes mit LSF 30*:
>60 Min x 30 = >30 Stunden


Exkurs: Das Farbpigment Melanin

Die Farbe der Haut oder unserer Haare wird durch das Pigment „Melanin“ bestimmt. Synthetisiert wird dies in den sogenannten Melanozyten innerhalb der ersten Hautschicht (Epidermis). Die individuellen Farben kommen durch die zwei unterschiedlichen Pigmenttypen zustande. Eumelanin ist ein braun/schwarzes und Phäomelanin ist ein gelb/rötliches Pigment.
Das Verhältnis der beiden Pigmente bestimmt unseren individuellen Look und somit auch die Sensibilität gegenüber UV-Strahlung. 

Einflussfaktoren auf dein Hautbild

Wie bereits zu Beginn erwähnt gibt es äußere und innere Einflussfaktoren, die sich auf dein Hautbild auswirken. Deine Genetik bestimmt zu welchem der vier Hauttypen du neigst, aber dein Lebensstil bestimmt deinen Hautzustand.

 

Innere Faktoren:

  • Genetik: Deine DNA ist der Bauplan deines Körpers und bestimmt somit deinen individuellen Hauttyp. Gerade das Risiko für Hautveränderungen wie Neurodermitis ist erhöht, wenn eine familiäre Vorgeschichte zu der Indikation vorhanden ist.
  • Hormonhaushalt: Deine Hormone verändern sich im Laufe des Lebens. Gerade zum Zeitpunkt der Pubertät fahren die Hormone Achterbahn. Bei circa 95 % der Jugendlichen kann aufgrund der hormonellen Dysbalance eine Pubertätsakne (Acne juvenilis) diagnostiziert werden. 

Äußere Faktoren:

  • Sonnenkonsum: UV-Strahlung macht circa 80 % der Hautalterung aus. „Sonnengealterte Haut“ erscheint dünn, mit tiefen Falten und vermehrten Hyperpigmentierungen.
  • Ernährung: Eine gesunde und pflanzenbasierte Ernährung sorgt für eine strahlende Haut und kann umweltbedingte Schäden, wie oxidativen Stress, ausgleichen. Ebenso kann auch ein erhöhter Zuckerkonsum deine Haut schneller altern lassen. 
  • Nikotin/Alkoholkonsum: Der Konsum von Nikotin und Alkohol lässt die Haut fahl aussehen und lässt sie zusätzlich schneller altern. 
  • Hautpflege: Reinigungs- und Pflegeprodukte sollten deine Hautbedürfnisse stillen und nicht neue erzeugen. Achte deshalb stets auf eine hochverträgliche und wirksame Pflegeroutine. 
  • Beruf: Manche Berufe können sich negativ auf die Haut auswirken. Potenzielle Gefahrenquellen sollte man daher ausfindig machen, um sich somit davor schützen zu können. 
  • Erkrankung/Medikamente: Eine Erkrankung kann sowohl durch innere als auch durch äußere Faktoren ausgelöst werden. Aber nicht selten können durch Erkrankungen und der dadurch bedingte Medikamentenkonsum deinen Hautzustand beeinflussen. Lassen sie sich dazu professionell beraten.

Nun hast du einen Überblick zu den verschiedenen Hauttypen sowie den Einflussfaktoren auf den Hautzustand. Es kann einige Zeit dauern, bis du deinen Hauttyp bestimmt hast und genau weißt wie deine Haut tickt und was sie braucht. Daher können wir dir nur empfehlen dich professionell beraten zu lassen, um deine Haut genau zu verstehen und pflegen zu können.

Quellen

  • Bundesamt für Strahlenschutz (2020): Die verschiedenen Hauttypen. URL: www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/hauttypen/hauttypen_node.html (Stand 25.03.2021)
  • Gupta, Vishal / Sharma, Vinod Kumar (2019): Skin typing: Fitzpatrick grading and others. In: Clinical Dermatology. Heft 37 (5), S. 430 – 436. 
  • Rabast, U. (2018): Gesunde Ernährung, gesunder Lebensstil. Was schadet uns, was tut uns gut? Berlin: Springer Nature. 
  • Roberts, Wendy E. (2018): Skin Type Classification: A Decennial Perspective. In: Journal of Drugs in Dermatology. Heft 17(4), S. 487-488.

Autorinnenteam

Kimberly Stegemann, Kosmetikwissenschaftlerin

und

Anna Tersteeg, Kosmetikwissenschaftlerin

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