Kopfhaut | Was hilft bei Schuppen?

Die Pflege der Haare ist für uns selbstverständlich. Wir waschen, föhnen, kämmen und frisieren sie. Erst wenn unliebsame Erscheinungen wie Schuppen oder Juckreiz auftauchen, wird uns bewusst: Auch die Kopfhaut benötigt unsere Zuwendung.

Doch Schuppen sind nicht gleich Schuppen. Es gibt sowohl trockene als auch fettige Schuppen, die ihren Ursprung in verschiedenen Ursachen wie einem falschen Pflegeverhalten, Stress oder einer Krankheit haben können. In diesem Blogartikel befassen wir uns mit den häufigsten Ursachen für Schuppen auf der Kopfhaut und wie diese effektiv gelindert werden können.

Was sind Schuppen?

Unter Schuppen werden im Kontext der Hautpflege Zusammenschlüsse noch ungelöster Hautzellen (Corneozyten) bezeichnet, die sich auf der obersten Hautschicht (Stratum corneum) anlagern (siehe Abb.). Grund hierfür ist eine Störung des natürlichen Prozesses der Hauterneuerung (Proliferation). Je mehr Zellen sich zusammenschließen, desto größer ist die durchs menschliche Auge wahrgenommene Schuppe.1

Die weißen und zarten Hautschüppchen sind ein Symptom einer trockenen Kopfhaut (Sebostase). Verstärkend spielen zudem verschiedene Einflussfaktoren wie Hefepilze der Haut (Malassezia), Neurodermitis oder Psoriasis häufig eine Rolle.

Die gelblichen, etwas größeren Schuppen „kleben“ häufig am Haaransatz und der Stirn. Eine fettige Kopfhaut (Seborrhoe) und der Einfluss der Hefepilze Malassezia restricta und Malassezia globosa (Seborrhoische Ekzem) sind hierfür u.a. die Ursache.

Ein dem Kopfhauttyp angepasstes Reinigungs- und Pflegeverhalten kann dabei helfen, die Schuppen zu reduzieren.

Egal ob fettige oder trockene Schuppen, meist gehen diese Erscheinungen mit einer Störung der Hautbarriere einher. Dies begünstigt die Vermehrung von den Hefepilzen der Gattung Malassezia, die auch auf der gesunden Kopfhaut vorkommen. Bei Schuppen jedoch ist die Vermehrung unproportional und es kommt zu einem mikrobiellen Ungleichgewicht. Verschlimmerungen des Hautzustands und eine noch stärkere Schuppung sind oft die Folge.2

Tipp: Für die akute Kurzbehandlung (Zeitraum von zwei Wochen) bei Schuppen jeglicher Art: DERMASENCE Selensiv Shampoo mit Selendisulfid und Piroctone Olamine gegen Malassezia verwenden. Tipps zur täglichen Pflege erfährst du weiter unten in diesem Blogartikel.

Wie entstehen trockene Schuppen?

Trockene Schuppen erkennst du leicht daran, dass sie „rieseln“. Mit ihrem weiß-silbrigen Aussehen fallen sie einfach vom Kopf und landen, häufig gut sichtbar, auf der Schulter. Sie entstehen, wenn die Kopfhaut sehr trocken ist und zu wenig Talg produziert wird. Im Fachjargon wird dann von einer Sebostase gesprochen. Die dadurch belastete Hautbarriere ermöglicht dann die Ausbreitung der zustandsverschlimmernden Hefepilze (Malassezia).

Die trockene Kopfhaut entsteht dadurch, dass ihr natürlicher Hydrolipidfilm, sprich der Feuchtigkeits- und Schutzmantel, gestört wird. Die Ursachen sind vielfältig:

Falsche Pflege

Ein zu häufiges oder zu heißes Waschen der Kopfhaut und Haare kann zu einer Schwächung der Hautbarriere führen, da besonders bei heißem und langem Waschen wichtige Lipide ausgespült werden. Die zusätzliche Anwendung nicht rückfettender, aggressiver Shampoos kann diesen Effekt verstärken und dazu führen, dass die Haut immer weiter austrocknet und trockene Schuppen entstehen.3 Oft werden diese Schuppen jedoch als Indiz dafür gelesen, dass die Kopfhaut nicht gründlich genug gereinigt wurde, weshalb Betroffene ihr Waschverhalten zusätzlich steigern. Die Schuppen werden jedoch nur noch stärker und ein „Teufelskreis“ entsteht.

Äußere Faktoren

Auch externe Einflüsse können die Entstehung trockener Schuppen begünstigen. So erleben einige Personen im Winter aufgrund der trockenen Luft eine Schuppung der Kopfhaut, die zum Sommer hin wieder verschwindet.3 Zudem können Allergene aus der Umwelt (z. B. Inhaltsstoffe in Haarfärbe- und Pflegemitteln) bei sensibilisierten Personen allergische Reaktionen hervorrufen (Kontaktallergie). Auch hier bilden trockene Schuppen eine Folge der Entzündung.4

Neurodermitis

Betroffene, die an einer Neurodermitis leiden, können diese ebenfalls auf der Kopfhaut entwickeln. 5 Die Haut befindet sich hierbei in einem Zustand der chronischen Entzündung, wodurch die Hauterneuerung (Proliferation) beschleunigt wird und sich unreife Hautzellen an der Oberfläche anlagern. Die durch die Erkrankung geschwächte Hautbarriere begünstigt zusätzlich den Verlust von Feuchtigkeit.6 Das Resultat sind feine, trockene Schuppen und eine sehr empfindliche, mit starkem Juckreiz belastete Kopfhaut.

Was tun bei trockenen Schuppen?

Folgende Tipps können dir helfen, deine Kopfhaut zu beruhigen, die Hautbarriere wiederherzustellen und somit das mikrobielle Ungleichgewicht zu regulieren:

Schuppen oder Schuppenflechte? So erkennst du Psoriasis auf der Kopfhaut

Die Schuppen bei einer Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis), müssen gesondert betrachtet werden. Es handelt sich zwar auch meist um trockene Schuppen, jedoch sind diese mit scharf begrenzten, entzündlich roten Hautstellen, den sogenannten Plaques, verbunden. Diese sind stark juckend und häufig eine große Belastung für Betroffene.7 Da die Ursache der Erkrankung im Immunsystem verankert ist, können oberflächlich aufgetragene Produkte keine Heilung bewirken, allerdings können Symptome nachhaltig verbessert werden. Durch kurartige Shampoos, wie dem DERMASENCE Selensiv Shampoo mit den Aktivstoffen Selendisulfid und Salicylsäure, werden die Plaques gelöst und die Schuppung reduziert. Im Anschluss kann das DERMASENCE Vitop Psoricur Kopfhaut-Liquid aufgetragen werden, welches schubfreie Phasen verlängert und die Kopfhaut nachhaltig pflegt.

Empfehlung: Das Shampoo kurartig nur über den Zeitraum von zwei Wochen verwenden.

Wie entstehen fettige Schuppen?

Fettige Schuppen sind daran zu erkennen, dass sie nicht rieseln. Sie „kleben“, bedingt durch die erhöhte Talgproduktion (Seborrhoe), auf der Kopfhaut und am Haaransatz. Im Gegensatz zu den trockenen Schuppen sind sie gelblich und häufig etwas größer. Typischerweise treten fettige Schuppen am Haaransatz im Bereich der Stirn und an den Augenbrauen auf.

Eine fettige Kopfhaut ist eine genetische Veranlagung. Die Bildung von fettigen Schuppen hingegen nicht. Diese kann durch Hauterkrankungen wie dem seborrhoischen Ekzem, bei dem wieder die Hefepilze Malassezia eine Rolle spielen, oder weiteren inneren und äußeren Faktoren hervorgerufen werden.

 

Das seborrhoische Ekzem:

Bei dem seborrhoischem Ekzem handelt es sich um eine chronische Hauterkrankung, bei dem die Kopfhaut übermäßig viel Talg produziert. Dies sorgt laut dem aktuellen Forschungsstand für eine Vermehrung der Hefepilze Malassezia restricta und Malassezia globosa, deren Stoffwechselprodukte die Hautbarriere schädigen und zu Entzündungen führen.8 Das Resultat ist eine erhöhte Bildung von Schuppen, welche jedoch nicht „rieseln“, sondern aufgrund des Talgs am Haaransatz kleben. Studien berichten von Zusammenhängen der Krankheit mit einer zuckerhaltigen Ernährung, vorangegangenen Infektionskrankheiten (z. B. SARS-CoV-2) oder hormonellen Dysbalancen.9 Die genaue Krankheitsentstehung wird jedoch stetig erforscht.10

Innere und äußere Faktoren:

Faktoren wie Stress, das Klima (Luftfeuchtigkeit) und hormonelle Schwankungen können zusätzlich die Talgproduktion anregen und die Entstehung fettiger Schuppen begünstigen bzw. verstärken.8 Zudem kann sich eine falsche Haarpflege und die Anwendung ungeeigneter Shampoos negativ auf den Hautzustand auswirken.

Wie werde ich fettige Schuppen wieder los?

Um die starke Talgproduktion und die damit verbundene Überbesiedlung der Hefepilze Malassezia zu reduzieren, eignen sich folgende Pflegetipps und -produkte:

  • Achte beim Haarewaschen darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist – das fördert sonst nur die Talgproduktion
  • Auch wenn es dir schwerfällt: Lasse mindestens zwei Tage zwischen den Haarwäschen vergehen. Zu häufiges Haarewaschen entzieht der Kopfhaut Feuchtigkeit, was die Haut über eine vermehrte Talgproduktion auszugleichen versucht
  • Das DERMASENCE Selensiv Shampoo löst durch Selendisulfid und Salicylsäure die Schuppen und wirkt gleichzeitig durch Teebaumöl antibakteriell. Es sollte kurartig als Akuthilfe eingesetzt werden
  • Zur täglichen Pflege eignet sich das DERMASENCE Seborra Shampoo, welches mit Octopirox®der Schuppenbildung und den Hefepilzen entgegenwirkt
  • Juckreiz und dem mikrobiellen Wachstum kann mit dem DERMASENCE Polaneth Kühlenden Kopfhaut-Liquid zusätzlich entgegengewirkt werden. Es ist ölfrei, fettet und klebt nicht
  • Pflegeprodukte für die Haare, wie z. B. Conditioner, solltest du nur auf die Längen und Spitzen auftragen und immer gut ausspülen. Am Ansatz bewirken sie schnelleres Nachfetten
  • Reinige deine Haarbürste regelmäßig. Reste aus Stylingprodukten können im Haaransatz schnell fettig wirken
  • Bitte föhne deine Haare nicht zu heiß – dies reizt die Kopfhaut nur unnötig

Häufige Fragen bei Schuppen auf der Kopfhaut

Generell sollte bei der Anwendung von Haushaltsmitteln anstelle von Kosmetika Vorsicht gelten. Insbesondere Mittel wie Zitronensäure, Backpulvermasken etc., die in Internetforen zur Schuppenbekämpfung empfohlen werden, können die bereits gereizte Kopfhaut weiter belasten und die Schuppenbildung verstärken.

Treten die Schuppen seltener (beispielsweise saisonal im Winter) auf, reichen meist die genannten Handlungsempfehlungen und Produkte aus, um die Schuppen zu reduzieren und die Kopfhaut zu beruhigen. Kommt es jedoch zu Schmerzen, chronischen Schuppenzuständen oder sogar Haarausfall, sollte dies dringend medizinisch geprüft werden. Aktive Entzündungs- bzw. Schuppenherde können ein Zeichen für eine Schuppenflechte sein, die dermatologisch behandelt werden muss.

Sowohl bei trockenen als auch fettigen Schuppen sollte das Shampoo mild und vor allem pH-hautneutral (ca. pH-Wert 5) formuliert sein.11 Je nach Schuppenursache können zusätzlich die entsprechenden empfohlenen Wirkstoffe (s. o.) enthalten sein.
Generell gilt: Ein Shampoo muss nicht zwingend schäumen, um zu reinigen. Besonders Shampoos für sensible Haut, die vor allem bei trockenen Schuppen helfen können, enthalten oft milde Tenside, weshalb die Schaumbildung geringer ausfällt.

Unsere Produktempfehlungen zur Vorbeugung von Kopfhautschuppen

Quellen

  1. Piérard‐Franchimont C, Xhauflaire‐Uhoda E, Piérard GE. Revisiting dandruff. Int J Cosmet Sci. 2006;28(5):311-318. doi:10.1111/j.1467-2494.2006.00326.x
  2. Boekhout T, Mayser P, Guého-Kellermann E, Velegraki A, eds. Malassezia and the Skin. Springer Berlin Heidelberg; 2010. doi:10.1007/978-3-642-03616-3
  3. Sheth U, Dande P. Pityriasis capitis : Causes, pathophysiology, current modalities, and future approach. J Cosmet Dermatol. 2021;20(1):35-47. doi:10.1111/jocd.13488
  4. Hwang JC, Beatty CJ, Khobzei K, Kazlouskaya V. Allergic contact dermatitis of the scalp: a review of an underdiagnosed entity. Int J Women’s Dermatol. 2024;10(3):e167. doi:10.1097/JW9.0000000000000167
  5. Peters N, Peters AT. Atopic dermatitis. Allergy Asthma Proc. 2019;40(6):433-436. doi:10.2500/aap.2019.40.4265
  6. Frazier W, Bhardwaj N. Atopic Dermatitis: Diagnosis and Treatment. Am Fam Physician. 2020;101(10):590-598
  7. Mosca M, Hong J, Hadeler E, Brownstone N, Bhutani T, Liao W. Scalp Psoriasis: A Literature Review of Effective Therapies and Updated Recommendations for Practical Management. Dermatol Ther. 2021;11(3):769-797. doi:10.1007/s13555-021-00521-z
  8. Leroy AK, Cortez De Almeida RF, Obadia DL, Frattini S, Melo DF. Scalp Seborrheic Dermatitis: What We Know So Far. Skin Appendage Disord. 2023;9(3):160-164. doi:10.1159/000529854
  9. Navarro Triviño FJ, Velasco Amador JP, Rivera Ruiz I. Seborrheic Dermatitis Revisited: Pathophysiology, Diagnosis, and Emerging Therapies-A Narrative Review. Biomedicines. 2025;13(10):2458. doi:10.3390/biomedicines13102458
  10. Seborrhoisches Ekzem. Amboss. https://www.amboss.com/de/wissen/seborrhoisches-ekzem
  11. Zamani NAN, Md Heshamuddin NS, Jafri AA, Abdullah SS, Ariff EARE. The Effects of Temperature, pH and Moisture Exposure on Human Hair. In: Bahari MS, Harun A, Zainal Abidin Z, Hamidon R, Zakaria S, eds. Intelligent Manufacturing and Mechatronics. Lecture Notes in Mechanical Engineering. Springer Singapore; 2021:1171-1183. doi:10.1007/978-981-16-0866-7_104

Autorinnenteam

Anna Tersteeg, DERMASENCE Kosmetikwissenschaftlerin

Aktualisiert durch: Lilly Selka, DERMASENCE Kosmetikwissenschaftlerin

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